Studie untersucht Methode zur Prostata-Diagnostik. Bald gezieltere Therapie?

Wie sich Prostatakrebs präziser und damit schonender für Patienten erkennen lässt, untersucht eine klinische Studie der Universitätsmedizin Augsburg, die vom Bayerischen Zentrum für Krebsforschung (BZKF) mit 2,2 Millionen Euro gefördert wird. Dr. Matthias Heck, Professor für Urologie, und Prof. Dr. Matthias Eiber, Leiter der Sektion Theranostik des Klinikums der Technischen Universität München, TUM, leiten die Studie, die bis Ende 2026 läuft.

Augsburg, München | Eine klinische Studie der Universitätsmedizin Augsburg untersucht, wie sich Prostatakrebs präziser und damit schonender für Patienten erkennen lässt. Die Studie wird vom Bayerischen Zentrum für Krebsforschung (BZKF) mit 2,2 Millionen Euro gefördert. Prof. Dr. Matthias Heck, Direktor der Klinik für Urologie am Universitätsklinikum Augsburg (UKA), und Prof. Dr. Matthias Eiber, Leiter der Sektion Theranostik des Klinikums der Technischen Universität München (TUM), leiten die Studie, die bis Ende 2026 läuft.

Prostatakrebs ist eine der häufigsten Krebsarten bei Männern. Bislang folgt bei einem erhöhten PSA-Wert im Blut und einer auffälligen Kernspintomographie meist eine Gewebeentnahme (Biopsie). Für viele Betroffene ist diese Untersuchung eine große körperliche und psychische Belastung – unangenehm, schmerzhaft und mit möglichen Infektionen verbunden. Nicht selten werden dabei zudem harmlose Befunde erhoben, die keiner Behandlung bedürfen. In der PRIME Studie soll nun geprüft werden, ob eine zusätzliche moderne Bildgebung (Positronen-Emissions-Tomographie/PET, Computertomographie/CT) die Diagnose weiter verbessern kann. Mit dem PSMA-PET/CT kann man Prostatakrebszellen durch eine sehr geringe Menge eines radioaktiven Medikaments noch genauer sichtbar machen. In der Studie erhalten 150 Männer mit auffälliger Kernspintomographie zusätzlich diese Untersuchung. Je nach Ergebnis sollen dann weniger oder gezieltere Biopsien für die sichere Diagnose eines behandlungsbedürftigen Prostatakrebses nötig sein. Ziel ist es, aggressive Tumore früh und zuverlässig zu erkennen, gleichzeitig aber unnötige Eingriffe zu vermeiden. 

BZKF fördert Studie erstmals selbst

PRIME ist eine von zwei eigenen Studien des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF), die erstmals durch das Zentrum selbst gefördert werden. „Die Studien markieren einen wichtigen Meilenstein für das BZKF“, sagt Prof. Dr. Andreas Mackensen, Direktor des BZKF. „Patientinnen und Patienten in ganz Bayern können daran teilnehmen, ohne weite Wege auf sich nehmen zu müssen.“ Bei der Scheckübergabe betonte der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Markus Blume: „Aus wissenschaftlicher Exzellenz wird konkrete Hoffnung: Erstmals bringt das BZKF eigene klinische Studien auf den Weg – und schlägt damit die Brücke von der Forschung zur konkreten Anwendung. Im Mittelpunkt stehen Leukämie und Prostatakrebs – zwei Bereiche, in denen medizinischer Fortschritt dringend gebraucht wird. Was heute hier beginnt, ist das sichtbare Ergebnis eines starken Netzwerks.“

BU: Prof. Dr. Matthias Heck, Prof. Matthias Eiber, Wissenschaftsminister Markus Blume (von links) bei der symbolischen Scheckübergabe. © Matthias Merz Fotografie/StMWK