Onkologische Spitzenmedizin verständlich und erfahrbar gemacht: Das CCCA auf der Augsburger „Langen Nacht der Wissenschaft"

Ein voller Konzertsaal wird zum Audimax: Fast 150 Zuhörerinnen und Zuhörer ließen sich am vergangenen Samstag von Prof. Dr. Rainer Claus (CCCA) in die faszinierende Welt der Personalisierten Krebsmedizin einführen.

© Dr. Nina Fischer

Komplexeste Forschung auf dem neusten Stand der Wissenschaft in unterhaltsamer und nachvollziehbarer Weise einem denkbar heterogenen Publikum zu präsentieren - dies ist das Ziel und die Herausforderung eines Veranstaltungsformates wie der „Langen Nacht der Wissenschaft“.  Unter der Devise „Forschung zum Anfassen und Mitmachen für alle“ ging diese am Samstag, 4. Juli 2026 zum vierten Mal in der Augsburger Innenstadt an den Start. An fünf Standorten wurden mehr als 70 kostenlose Angebote aus aktueller Forschung und Wissenschaft verständlich und interaktiv der Augsburger Bevölkerung nahegebracht. Vielfältig wie das Publikum auch das wissenschaftliche „Line-Up“: Es galt, eine möglichst große Bandbreite an Forschungsfeldern und Disziplinen zu repräsentieren und zugleich die Relevanz der jeweiligen Forschungsmotivation für jede Person, die Neugier und Interesse an neuem Wissen mitbrachte, zugänglich zu machen. 

Das Comprehensive Cancer Center Augsburg (CCCA) sicherte sich eines der begehrten Podien, im Konzertsaal des Leopold Mozart College of Music zur „Prime Time“ um 20 Uhr mit dem Vortragsthema: „Von der Bioprobe zur persönlichen Krebstherapie: wie Forschung Patientinnen und Patienten direkt zugutekommt“. 

Die Frage nach der Relevanz ist hierbei so rhetorisch wie spannungssteigernd und daher wohl der ideale Auftakt: „Warum sollte Sie das überhaupt interessieren? (…) Eine halbe Million Menschen erkranken in Deutschland – jedes Jahr – neu an Krebs. Das heißt: Praktisch jede Familie in diesem Raum ist irgendwann betroffen. Und am Anfang fast jeder Behandlung steht eine einzige, simple Frage: Was genau ist das – und wie behandeln wir es richtig? Die Antwort steckt fast immer in einer kleinen Probe. Eine Probe – und an ihr hängt die ganze Therapie.“

In 60 kurzweiligen Minuten vermochte es Prof. Claus, mittels pointierter Erzählstrategie, interaktiver Veranschaulichung und (be)greifbarer Bildsprache, zunächst die Voraussetzungen zum Eintauchen in diese komplexe Welt zu schaffen, faszinierende Einblicke in Zusammenhänge und Funktionen zu gewähren und neben der Relevanz auch die hierbei unabdingliche Interaktion zwischen Lebenswelt und Forschung, zwischen Patienten und Labor in den Mittelpunkt zu rücken.

Denn in diesem Vortrag ging es nicht (nur) darum, das Publikum passiv zu unterhalten oder zum kurzfristigen Nachdenken zu bewegen. Es ging vielmehr im Kern darum, mittels Einblicken in die spitzenmedizinische Forschung am Comprehensive Cancer Center Augsburg ein langfristiges Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Forschung und Therapie nicht über den Menschen, sondern nur mit dem Menschen gedacht, umgesetzt und fortwährend optimiert werden kann: „Patientinnen und Patienten sind nicht Zuschauer der Forschung – sie sind ihre wichtigsten Partner.“