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Ein Robotikzentrum entsteht: Das UKA baut die Chirurgie der Zukunft

Mit der Inbetriebnahme eines dritten DaVinci®-Operationsroboters baut das Universitätsklinikum Augsburg seine robotisch-assistierte Chirurgie konsequent weiter aus. Der Ausbau ist Teil einer langfristigen Strategie des UKA, die chirurgische Spitzenmedizin, universitäre Forschung und medizinische Innovation eng miteinander verbindet. Der Schwerpunkt liegt da-bei auf der Behandlung komplexer Tumorerkrankungen sowie dem Aufbau eines interdisziplinären Robotikzentrums.

Augsburg | Mit der Inbetriebnahme eines dritten DaVinci®-Operationsroboters baut das Universitätsklinikum Augsburg seine robotisch-assistierte Chirurgie konsequent weiter aus. Der Ausbau ist Teil einer langfristigen Strategie des UKA, die chirurgische Spitzenmedizin, universitäre Forschung und medizinische Innovation eng miteinander verbindet. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Behandlung komplexer Tumorerkrankungen sowie dem Aufbau eines interdisziplinären Robotikzentrums.

Die Entwicklung begann im Jahr 2022 mit dem ersten DaVinci®-System, das den Kliniken für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Urologie sowie Frauenheilkunde zur Verfügung gestellt wurde. Im Jahr 2025 folgte ein zweites System, das insbesondere den Ausbau der robotisch-assistierten Tumorchirurgie bei Erkrankungen der Speiseröhre, des Magens, der Bauchspeicheldrüse sowie der Dick- und Enddarmchirurgie ermöglichte. Parallel wurde die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie um den Bereich Thoraxchirurgie (AVTT) erweitert – und nun ein dritter chirurgischer Roboter angeschafft. 

Mit der Ausweitung des operativen Spektrums und den steigenden Fallzahlen entstand zusätzlicher Bedarf an robotischen Operationskapazitäten. Der dritte DaVinci®-Operationsroboter ist daher konsequenter Bestandteil des weiteren Ausbaus. Nach aktuellem Stand ist das Universitätsklinikum Augsburg eine von wenigen Universitätskliniken in Deutschland, das drei DaVinci®-Operationssysteme betreibt.

Mehr Kapazität für die robotische Tumorchirurgie

Das neue DaVinci Xi-System ist im Operationssaal 16 installiert und wird ausschließlich von der AVTT-Klinik genutzt. Geplant sind zunächst mindestens 300 robotisch-assistierte Eingriffe pro Jahr. Eingesetzt wird das System insbesondere bei Tumorerkrankungen der Lunge, der Leber, des Magens und der Speiseröhre.

„Wir sprechen hier von schwerwiegenden Erkrankungen, bei denen jede Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten zählt“, sagt Prof. Dr. Katharina Beyer, Direktorin der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Transplantationschirurgie. „Mit dem dritten DaVinci®-System können wir deutlich mehr Patientinnen und Patienten besonders schonende, präzise und sichere Eingriffe anbieten – und damit ihre Heilungschancen weiter verbessern.“

Robotisch-assistierte Operationsverfahren ermöglichen bei vielen komplexen Eingriffen ein hochpräzises operatives Vorgehen. Die Systeme unterstützen Operateurinnen und Operateure durch eine dreidimensionale HD-Visualisierung sowie besonders fein steuerbare Instrumente. Dadurch können minimalinvasive Verfahren auch bei komplexen Operationen häufiger eingesetzt werden.

Steigende Operationszahlen bestätigen den Ausbau

Die Entwicklung der Operationszahlen verdeutlicht den zunehmenden Stellenwert der robotisch-assistierten Chirurgie am Universitätsklinikum Augsburg. Während im Jahr 2022 zunächst 136 robotisch-assistierte Eingriffe durchgeführt wurden, werden heute jährlich insgesamt mehr als 750 Eingriffe durchgeführt, davon jeweils rund 380 Operationen mit dem ersten und ebenso viele mit dem zweiten DaVinci®-System.

Das erste System wird weiterhin gemeinsam von der Frauenklinik und der Urologie genutzt. Das zweite System steht der AVTT zur Verfügung. Auch der dritte Roboter wird ausschließlich dort eingesetzt und soll bereits kurzfristig seine geplante Auslastung erreichen.

Universitäre Ausbildung profitiert ebenfalls

Neben der Patientenversorgung spielt die universitäre Lehre eine zentrale Rolle. Das 2025 beschaffte DaVinci Xi-System verfügt über zwei Bedienkonsolen und ermöglicht sogenannte Lehr-Eingriffe. Dabei können erfahrene Operateurinnen und Operateure und der chirurgische Nachwuchs gleichzeitig am System arbeiten. Dieses Ausbildungskonzept unterstützt den Wissenstransfer und fördert die strukturierte Qualifizierung zukünftiger Robotik-Chirurginnen und -Chirurgen.

Robotikzentrum wird wissenschaftlich weiterentwickelt

Der Ausbau der technischen Infrastruktur wird durch den Aufbau entsprechender wissenschaftlicher Strukturen ergänzt. Eine neue W3-Professur soll ab Herbst 2026 die Weiterentwicklung der medizinischen Robotik am Universitätsklinikum Augsburg vorantreiben. Schwerpunkte sind robotisch-assistierte operative und interventionelle Verfahren sowie die Integration von Künstlicher Intelligenz, Machine Learning und Augmented Reality.

Ziel ist der Aufbau eines interdisziplinären Kompetenzzentrums am UKA, das technologische Entwicklungen, klinische Anwendung und wissenschaftliche Forschung eng miteinander verbindet. Neben der Weiterentwicklung innovativer Operationsverfahren umfasst die Professur auch den Ausbau der universitären Lehre sowie den Wissens- und Technologietransfer zwischen Klinik, Universität und Industrie.

Robotik als strategischer Bestandteil der Universitätsmedizin

„Der Vorstand hat den Aufbau der robotisch-assistierten Chirurgie von Beginn an mit hoher Priorität vorangetrieben“, sagt OP-Manager Marcus Murnauer. „Angesichts zunehmend komplexer Eingriffe, einer älter werdenden Bevölkerung und steigender Anforderungen an die Patientensicherheit werden robotische Verfahren künftig weiter an Bedeutung gewinnen. Perspektivisch sehen wir Potenzial unter anderem in der Wirbelsäulenchirurgie.“

Mit dem dritten DaVinci®-Operationsroboter stärkt das Universitätsklinikum Augsburg seine Rolle als Standort für robotisch-assistierte Hochleistungsmedizin. Der weitere Ausbau des Robotikzentrums verbindet Spitzenversorgung, Forschung und Lehre und schafft die Grundlage, innovative chirurgische Verfahren künftig noch schneller in die Patientenversorgung zu überführen.