Die Entstehung von Krebs ist ein mehrstufiger Prozess, der auf komplexen genetischen und epigenetischen Veränderungen beruht. Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht das Verständnis dieser Prozesse durch detaillierte molekulare Profilierung mithilfe von Einzelzell- und hochauflösenden räumlichen Profilierungstechniken.
Wir widmen uns der Erforschung seltener pädiatrischer Tumoren. Obwohl unser Hauptaugenmerk auf Rhabdoidtumoren und Tumoren mit Aberrationen im SWI/SNF-Komplex (einem epigenetischen Remodeller) liegt, haben wir vor kurzem begonnen, auch andere seltene pädiatrische Tumoren zu untersuchen.
Forschungsprojekte und Methoden
Molekulare Klassifizierung von Nebennierenrindetumoren
Ein Projekt in Zusammenarbeit mit dem MET-Studienzentrum (Prof. Dr. Michaela Kuhlen, PD Dr. Antje Redlich) – mithilfe einer auf Methylierung basierenden Klassifizierung und Einzelzellansätzen entwickeln wir eine molekularbasierte Untergruppierung von ACT und ermitteln biologische Unterschiede zwischen den Untergruppen.
Die Enhancer-Landschaft des epithelioiden Sarkoms
Durch den Vergleich der epigenetischen Landschaft von Rhabdoidtumoren und Epithelioid-Sarkomen wollen wir Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Rhabdoidtumoren aufdecken.
In Zusammenarbeit mit den Labors von Prof. Grünewald (KiTZ Heidelberg) und dem CWS-Register (Prof. Sparber-Sauer) streben wir letztendlich an, neue Wirkstoffziele zu identifizieren.
Räumliche und Einzelzell-Transkriptomik bei Rhabdoidtumoren
Im Rahmen eines Kooperationsprojekts mit dem INFORM-Register haben wir eine gepaarte Analyse von primären und rezidivierten Rhabdoidtumoren durchgeführt und verfolgen damit die molekulare Entwicklung dieser Tumoren nach einem Rezidiv (Projekt: Maria Daniela Hernández Ramírez).
Seltene embryonale/sarkomatöse Hirntumoren
Als einer der Co-Leiter der deutschen Arbeitsgruppe für seltene embryonale/sarkomatöse Hirntumoren ist Pascal Johann sowohl in der molekularen Erforschung dieser Tumoren als auch bei der Erstellung klinischer Leitlinien für diese schwer zu behandelnden Tumorentitäten tätig.
Strahlenempfindlichkeit bei Erkrankungen mit SWI/SNF-Mangel
Mithilfe konventioneller und hyperfraktionierter Strahlentherapie bestimmen wir die Strahlenempfindlichkeit zahlreicher Modelle von Rhabdoidtumoren, kleinzelligem Ovarialkarzinom (hyperkalzämischer Typ) und Epithelsarkomen (Projekte: Rebekka Prim, Svenja Steinhauser).