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Tele-Intensivmedizin des UKA stärkt die Versorgung in der Region

Universitätsklinikum Augsburg und Kreiskliniken Günzburg-Krumbach vertiefen ihre Zusammenarbeit mit regelmäßigen digitalen Intensivvisiten. Die Expertise des UKA ist in Minutenschnelle an den Patientenbetten in Günzburg und Krumbach. So stärken wir gemeinsam die intensivmedizinische Versorgung in der gesamten Region.

 

Universitätsklinikum Augsburg, Telemedizin

Augsburg | Das Universitätsklinikum Augsburg (UKA) und die Kreiskliniken Günzburg-Krumbach bauen ihre Zusammenarbeit in der Intensivmedizin aus. In regelmäßigen teleintensivmedizinischen Visiten beraten sich die Behandlungsteams der Standorte Günzburg und Krumbach mit Fachärzten des UKA. Ziel ist es, bei schweren oder komplexen Krankheitsverläufen die Expertise des Universitätsklinikums in Minutenschnelle direkt an das Patientenbett in Günzburg und Krumbach zu bringen. 

Fachwissen großer Intensivzentren für kleinere Krankenhäuser

Die digitale Beratung ermöglicht es, Befunde, Laborwerte und Beatmungsparameter trotz der räumlichen Entfernung gemeinsam zu beurteilen sowie diagnostische und therapeutische Optionen im interprofessionellen Austausch zu besprechen. Die Patientin oder der Patient kann dabei per Audio-Video-Verbindung in die Visite einbezogen werden. So erhalten die Teams vor Ort eine zusätzliche intensivmedizinische Einschätzung, ohne dass dafür automatisch eine Verlegung erforderlich ist.

Die planmäßigen Televisiten finden in der Regel einmal pro Woche statt. Bei entsprechendem Beratungsbedarf kann der Austausch, auch akut, ergänzt werden. Auf Seiten des UKA begleiten Prof. Dr. Philipp Simon, Leiter der Sektion Operative Intensivmedizin, und Oberarzt Dr. Markus Mögerlein die gemeinsamen Fallbesprechungen. Die Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin am UKA steht unter der Leitung von Prof. Dr. Axel R. Heller. Für die Kreiskliniken zeichnet PD Dr. Gregor Kemming, Chefarzt der Anästhesie und Intensivmedizin, verantwortlich. 

Die Kreiskliniken mit ihren beiden Standorten Günzburg und Krumbach sind Teil des Tele-Intensivprojekts der Anästhesiologie- Abteilungen der Bayerischen Universitätsklinika (Netzwerk Teleintensivmedizin Bayern (NETIB)). Die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) will den flächendeckenden Ausbau der Tele-Intensivmedizin in Deutschland erreichen und hat dazu bereits eine Leitlinie verfasst, die einen standardisierten Qualitätsrahmen schafft. Das Fachwissen großer Intensivzentren soll in kleinere Krankenhäuser der Regelversorgung gebracht werden. „Es ist die Fortführung und Erweiterung der jahrzehntelangen sehr guten und freundschaftlichen bilateralen Zusammenarbeit mit der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin am UKA“, erklärt PD Dr. Gregor Kemming.

Verbindlicher Austausch über Klinikgrenzen hinweg

Die Kooperation verbindet die spezialisierte intensivmedizinische Erfahrung des Universitätsklinikums mit der Versorgung an den beiden Standorten der Kreiskliniken. Neben der Beratung im Einzelfall dienen die Visiten auch dem gemeinsamen Lernen: Behandlungsstandards, Abläufe und Erfahrungen werden regelmäßig besprochen. Damit entsteht ein belastbares fachliches Netzwerk, das die Teams im klinischen Alltag unterstützt.

Prof. Dr. Philipp Simon, Leiter der operativen Intensivmedizin am Universitätsklinikum Augsburg, erklärt: „Teleintensivmedizin schafft einen verlässlichen fachlichen Austausch über Klinikgrenzen hinweg. Entscheidend ist, dass spezialisiertes Wissen dort verfügbar wird, wo es gebraucht wird, und die Behandlungsteams vor Ort gezielt unterstützt. Damit stärken wir gemeinsam die intensivmedizinische Versorgung in der gesamten Region.“

Foto: Prof. Dr. Philipp Simon, Leiter der operativen Intensivmedizin am UKA. © Samuel Tschaffon