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Lena Unterrainer übernimmt W2-Professur für Nuklearmedizin

Zum 15. Oktober hat Prof. Dr. med. Lena Unterrainer die neu eingerichtete W2-Professur für Nuklearmedizin an der Universität Augsburg übernommen. Ihr Schwerpunkt: Translationale Theranostik. Damit steht die Frage im Mittelpunkt von Unterrainers Forschung, wie sich innovative radioaktiv markierte Liganden für eine präzisere und stärker individualisierte Krebsdiagnostik und -therapie nutzen lassen. Die Professur ist dem Lehrstuhl für Nuklearmedizin und der gleichnamigen Klinik am Universitätsklinikum zugeordnet.

Augsburg | Prof. Dr. med. Lena Unterrainer hat zum 15. Oktober die neu eingerichtete W2-Professur für Nuklearmedizin mit Schwerpunkt translationale Theranostik an der Universität Augsburg übernommen. Im Mittelpunkt von Unterrainers Forschung steht die Frage, wie sich innovative radioaktiv markierte Liganden für eine präzisere und stärker individualisierte Krebsdiagnostik und -therapie nutzen lassen. Die Professur ist dem Lehrstuhl für Nuklearmedizin und der gleichnamigen Klinik am Universitätsklinikum zugeordnet. 

Diagnostik und Therapie verbinden

Theranostik verbindet zwei Schritte: Mit einem Radioliganden können zunächst bestimmte Strukturen in Tumorzellen mittels bildgebender Methoden wie der Positronenemissionstomographie (PET) sichtbar gemacht werden. Derselbe oder ein ähnlich aufgebauter Wirkstoff kann anschließend mit einem therapeutisch wirksamen Radionuklid versehen werden, um die Tumorzellen gezielt von innen zu bestrahlen. „Mit der neuen Professur wollen wir die translationale Theranostik in Augsburg gezielt weiterentwickeln – also Forschungsergebnisse möglichst schnell in die klinische Anwendung bringen. Dabei verbinden wir Nuklearmedizin, Medizinphysik, Radiochemie, Onkologie und Informatik“, sagt Prof. Dr. Martina Kadmon, Dekanin der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg.

Ein Schwerpunkt von Unterrainers Forschung ist die Entwicklung und klinische Erprobung neuartiger Radioliganden. In Augsburg sollen innovative diagnostische und therapeutische Radioliganden unter anderem in sogenannten First-in-Human-Studien erstmals am Menschen untersucht werden. Bei bereits etablierten Zielstrukturen wie dem Prostataspezifischem Membranantigen (PSMA) oder dem Somatostatin-Rezeptor (SSTR) sind zudem von Forschenden initiierte klinische Studien geplant.

„Wir wollen neue Radioliganden nicht nur entwickeln, sondern möglichst früh herausfinden, wie gut sie bei Patientinnen und Patienten funktionieren und für wen sie besonders geeignet sind“, erklärt Prof. Unterrainer. „Ein wichtiges Ziel ist dabei, Diagnostik und Therapie immer stärker auf die individuelle Situation der einzelnen Patientinnen und Patienten auszurichten.“

Individuelle Dosierung und Künstliche Intelligenz

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die Dosimetrie. Sie erfasst, wie viel Strahlung bei einer Radioligandentherapie tatsächlich im Tumor und in gesundem Gewebe ankommt. Unterrainer untersucht mit ihren Kolleginnen und Kollegen, wie diese Informationen genutzt werden können, um das Therapieansprechen früher zu beurteilen und langfristig individuell angepasste Therapiedosen zu ermöglichen.

Dabei soll auch Künstliche Intelligenz zum Einsatz kommen: KI-gestützte Verfahren können beispielsweise nuklearmedizinische Bildgebungsmodalitäten automatisiert auswerten, Tumorläsionen erkennen und quantifizieren oder die Berechnung der individuellen Strahlendosis unterstützen. Perspektivisch sollen daraus Modelle entstehen, die den Therapieerfolg vorhersagen und eine stärker individualisierte Behandlung ermöglichen. Auch sogenannte theranostische Digital Twins – digitale Modelle, die individuelle Patientendaten zusammenführen – sind Teil des Forschungskonzepts.

„Gerade die Verbindung von Theranostik und datengetriebenen Methoden bietet große Chancen“, sagt Unterrainer. „Wenn wir Bildgebung, Dosimetrie und weitere klinische Informationen zusammenführen, können wir besser verstehen, warum eine Therapie bei einem Patienten gut wirkt und bei einem anderen weniger. Diese Erkenntnisse möchten wir nutzen, um Behandlungen künftig noch gezielter planen zu können.“

Zur Person

Prof. Dr. med. Lena Unterrainer studierte Humanmedizin an der LMU München, am Universitätsspital Basel und an der McGill University in Montreal. Ihre Facharztausbildung in der Nuklearmedizin absolvierte sie an der LMU München. Von 2023 bis 2025 forschte sie als Visiting Assistant Professor an der David Geffen School of Medicine der UCLA in Los Angeles im Bereich der translationalen Theranostik. An der LMU München gründete und leitete sie zudem eine Arbeitsgruppe für Onkologische Bildgebung und Theranostik. Zuletzt war sie als Oberärztin an der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin der Technischen Universität München tätig und wurde kürzlich vom Bayerischen Zentrum für Krebsforschung (BZKF) für ein Forschungsprojekt im Rahmen der theranostischen Dosimetrie gefördert. Seit dem 15. Oktober 2026 hat sie die Professur für Nuklearmedizin mit Schwerpunkt translationale Theranostik an der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg inne.

Foto:  Universität Augsburg