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Jetzt drei DaVinci® im Einsatz: UKA baut Robotikzentrum konsequent aus

Mit der Inbetriebnahme des dritten DaVinci-Operationsroboters baut das Universitätsklinikum Augsburg (UKA) seine robotisch-assistierte Chirurgie konsequent weiter aus. Der Ausbau ist Teil einer langfristigen Strategie des UKA, die chirurgische Spitzenmedizin, universitäre Forschung und medizinische Innovation eng miteinander verbindet. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Behandlung komplexer Tumorerkrankungen sowie dem Aufbau eines interdisziplinären Robotikzentrums.

  • Augsburg nun einziges bayerisches Universitätsklinikum mit drei Robotik-Systemen im klinischen Einsatz
  • Lehrstuhl für medizinische Robotik startet im Herbst
  • Prof. Dr. Katharina Beyer: „Können nun noch mehr sichere und schonende Eingriffe bei schweren Tumorerkrankungen ermöglichen“

Augsburg, 6.8.2026 | Der dritte DaVinci®-OP-Roboter war kaum angeliefert und aufgestellt, da wurde er auch schon in Betrieb genommen von den speziell ausgebildeten Spitzenmedizinern der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie (AVTT). Seitdem werden wöchentlich Patientinnen und Patienten mit teils lebensverkürzenden Diagnosen mit dem DaVinci Xi operiert. Eine von ihnen war eine Frau Mitte 40 mit einem sogenannten Leiomyom, einem zwar gutartigen Tumor an der Speiseröhre, allerdings von der Größe einer kleinen Orange. „Eine medizinische Seltenheit“, sagt Leitender Oberarzt Dr. Bernd Geißler. Prognose der Patientin: Vollständige Heilung unter Erhalt der Speiseröhre. 

Das neue DaVinci Xi-System steht in Operationssaal 16 und wird bei ca. 300 robotisch-assistierten Eingriffen pro Jahr zum Einsatz kommen – insbesondere bei Tumorerkrankungen der Lunge, der Leber, des Dick- und Enddarms, der Bauchspeicheldrüse, des Magens und der Speiseröhre.

„Wir sprechen hier von schwerwiegenden Erkrankungen, bei denen jede Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten zählt“, sagt Prof. Dr. Katharina Beyer, Direktorin der AVTT-Klinik. „Mit dem dritten DaVinci-System können wir deutlich mehr Patientinnen und Patienten besonders schonende, präzise und sichere Eingriffe anbieten – und damit ihre Heilungschancen weiter verbessern.“

Langfristige Strategie für die Behandlung komplexer Tumorerkrankungen

Mit der Inbetriebnahme des dritten DaVinci-Operationsroboters baut das Universitätsklinikum Augsburg (UKA) seine robotisch-assistierte Chirurgie konsequent weiter aus. Der Ausbau ist Teil einer langfristigen Strategie des UKA, die chirurgische Spitzenmedizin, universitäre Forschung und medizinische Innovation eng miteinander verbindet. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Behandlung komplexer Tumorerkrankungen sowie dem Aufbau eines interdisziplinären Robotikzentrums.

Die robotische Entwicklung am UKA begann im Jahr 2022 mit dem ersten DaVinci-System, das den Kliniken für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Urologie sowie Frauenheilkunde zur Verfügung gestellt wurde. Im Jahr 2025 folgte ein zweites System, das insbesondere den Ausbau der robotisch-assistierten Tumorchirurgie bei Erkrankungen der Speiseröhre, des Magens, der Bauchspeicheldrüse sowie der Dick- und Enddarmchirurgie ermöglichte. Parallel wurde die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie um den Bereich Thoraxchirurgie (AVTT) erweitert und mit Prof. Dr. Katharina Beyer eine ausgewiesene Expertin aus der Berliner Charité nach Augsburg berufen. Die Anschaffung des nun dritten chirurgischen Roboters war der nächste logische Schritt. 

Nach aktuellem Stand ist das UKA eine von wenigen Universitätskliniken in Deutschland, das drei DaVinci®-Operationssysteme betreibt. Und damit soll noch nicht Schluss sein.

DaVinci-System kommt auch in der Ausbildung zur Anwendung

Neben der Patientenversorgung spielt die universitäre Lehre eine zentrale Rolle für die Universitätsmedizin Augsburg. Das 2025 beschaffte DaVinci Xi-System verfügt über zwei Bedienkonsolen und ermöglicht sogenannte Lehr-Eingriffe. Dabei können erfahrene Operateurinnen und Operateure und der chirurgische Nachwuchs gleichzeitig am System arbeiten. Dieses Ausbildungskonzept unterstützt den Wissenstransfer und fördert die strukturierte Qualifizierung künftiger Robotik-Chirurginnen und -Chirurgen. 

Ab Oktober 2026 besteht W3-Professur für Medizinische Robotik

Der Ausbau der technischen Infrastruktur wird durch den Aufbau entsprechender wissenschaftlicher Strukturen ergänzt. Eine neue W3-Professur soll ab Herbst 2026 die Weiterentwicklung der medizinischen Robotik am Standort Augsburg vorantreiben. 

„Der Forschungsschwerpunkt der vergangenen Jahre lag generell häufig auf der rein technologischen Entwicklung robotischer Systeme mit unzureichender Einbindung klinischer Expertise“, sagt Prof. Dr.-Ing. Dennis Kundrat, designierter Inhaber der neuen W3-Professur für Medizinische Robotik am Universitätsklinikum. „Im bereits laufenden BMFTR-geförderten Projekt SURREAL, gemeinsam mit klinischen und industriellen Partnern, fokussieren wir genau diese Problematik im Kontext von sprachgesteuerter Robotik für ultraschallgeführte Interventionen. Dieses Know-how aus der translationalen Medizintechnik soll direkt in das UKA eingebracht werden, um robotische Verfahren nicht nur in der Systementwicklung, sondern auch frühzeitig in der präklinischen bzw. klinischen Anwendung konsequent weiterzudenken“.

Ziel ist, so Kundrat, der Aufbau eines interdisziplinären Kompetenzzentrums am UKA, das technologische Entwicklungen, klinische Anwendung und wissenschaftliche Forschung eng miteinander verbindet.

Nächste Ausbaustufe: Robotik künftig auch in der Wirbelsäulenchirurgie

Robotische Verfahren werden künftig weiter an Bedeutung gewinnen. Perspektivisch sieht das UKA Potenzial unter anderem in der Wirbelsäulenchirurgie, auch hier ist man derzeit in Gesprächen zur Anschaffung eines Robotiksystems. Der weitere Ausbau des Robotikzentrums verbindet Spitzenversorgung, Forschung und Lehre und schafft die Grundlage, innovative chirurgische Verfahren künftig noch schneller in die Patientenversorgung zu überführen.