Computerspiel und Künstliche Intelligenz unterstützen beim Lernen
Wie üben Medizinstudierende Eingriffe am Computer? Und wie kann KI helfen, Operationen besser zu planen? Ein Podcast von Deutschlandfunk Kultur zeigt, wie die Medizinische Fakultät und das Universitätsklinikum Augsburg digitale Technologien in Ausbildung und Klinik einsetzen – und warum Ärztinnen und Ärzte deren Empfehlungen kritisch hinterfragen sollten.
Augsburg | Eine Hautprobe entnehmen, ohne einen Patienten zu behandeln: Im 3D-Labor der Medizinischen Fakultät Augsburg testen Studierende an chirurgischen Simulatoren, wie eine Hautstanze entnommen wird – eingebettet in ein Computerspiel. Die virtuelle Übung vermittelt praktische Fertigkeiten, bevor sie im klinischen Alltag gefragt sind. Nach Aussage von Dr. Alexander Schneller, dem Leiter des 3D-Labors, ist es das bestausgestattete seiner Art an einer Medizinischen Fakultät in Deutschland.
Doch die Digitalisierung verändert nicht nur, wie angehende Ärztinnen und Ärzte lernen. Sie verändert auch, wie in Kliniken Entscheidungen getroffen und Abläufe organisiert werden. Prof. Dr. Thomas Rotthoff, Studiendekan und Medizindidaktiker der Fakultät, erklärt im Podcast, warum Studierende schon im Studium auf den digitalen Klinikalltag vorbereitet werden müssen. Entsprechende Inhalte werden in den Augsburger Modellstudiengang Humanmedizin integriert. Die breitere curriculare Integration und Anwendung digitaler Technologien befindet sich jedoch auch in Augsburg noch in der Startphase.
Wie Künstliche Intelligenz Ärztinnen und Ärzte konkret unterstützen kann, erläutert Dr. Xenia Hautmann. Sie ist Ärztin und absolviert die Weiterbildung Medizinische Informatik. KI-Systeme können beispielsweise helfen, Nutzen und Risiken großer Operationen einzuschätzen oder OP-Kapazitäten besser zu planen. Mit solchen Anwendungen beschäftigt sich auch Prof. Dr. Ludwig Hinske, Leiter des Instituts für Digitale Medizin am Universitätsklinikum Augsburg. Auch das Institut für Digitale Medizin am Universitätsklinikum Augsburg verfügt über eine Top-Infrastruktur und ausgewiesene Kompetenz für den Einsatz digitaler Technologien in der Medizin.
Die Technik soll medizinisches Personal entlasten und Entscheidungen unterstützen. Sie nimmt Ärztinnen und Ärzten aber nicht die Verantwortung ab, Empfehlungen kritisch zu prüfen. Und sie ersetzt nicht, was eine gute Behandlung ebenso ausmacht wie medizinisches Wissen: Empathie und ein vertrauensvolles Gespräch mit den Patienten.
Foto: Universitätsklinikum Augsburg