Radiopharmazie in der Nuklearmedizin

Der Bereich Radiopharmazie der Klinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Augsburg ist ein spezieller chemisch-pharmazeutischer Bereich, der seit 2008 selbst radioaktive Arzneimittel für die nuklearmedizinische Diagnostik mit PET/CT herstellt. Zusätzlich werden modernste Radiotherapeutika für die Therapie spezifischer Krankheitsbilder für die klinikseigene Station hergestellt. Dies gewährleistet eine effektive und auch personenbezogene Behandlung mit Radionukliden.

Radiopharmaka (radioaktive Arzneimittel) bestehen grundsätzlich aus drei Bestandteilen: dem radioaktiven Isotop, einem Element, dessen Atomkern beim Zerfall Strahlung abgibt, einem Linkermolekül (nicht radioaktiv) und einem ebenso nicht radioaktiven Trägermolekül, das eine Bindung oder Wechselwirkung zu einem Rezeptor oder Antigen im Körper nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip ausbildet. Das Radiopharmakon wird also aktiv in den körpereigenen Stoffwechsel integriert und kann dadurch an spezifischen Zielorten zur Diagnose und Therapie eingesetzt werden.

Die Zusammensetzung zum Radiopharmakon erfolgt unter strengen Auflagen in einer abgeschirmten Bleizelle („Hot Cell“) im radiopharmazeutischen Produktionsbereich, in dem PET-Radiopharmaka für die Humananwendung (Patientenversorgung und klinische Forschung) in parenteraler Form hergestellt werden. Hierbei müssen immer die Grundsätze und behördlichen Anforderungen bezüglich einer pharmazeutischen Produktion, aber auch des Strahlenschutzes beachtet und eingehalten werden. Zusätzlich erfolgt nach jeder Radiopharmaka-Produktion eine strenge Qualitätskontrolle. Erst nach dem Bestehen einer umfangreichen Qualitätskontrolle wird das Radiopharmakon zum individuellen diagnostischen und therapeutischen Einsatz am Menschen freigegeben.

Eigene Herstellung

Die Radiopharmazie versorgt die Klinik mittlerweile mit fünf verschiedenen Radiopharmaka aus eigener Herstellung, drei weitere sind gerade in der Etablierung. Ein für Patienten positiver Aspekt, die Halbwertszeit der verschiedenen Nuklide, ist für den Bereich Radiopharmazie die größte Herausforderung. Kurze Halbwertszeiten heißt eine Belastung der Patientinnen und Patienten über eine geringe Zeit, allerdings bedeutet dies, dass der Wirkstoff auch nur begrenzt haltbar bleibt. Aus diesem Grund ist eine Produktion im Hause unumgänglich.

Der Auf- und Ausbau zu einer hochmodernen Radiopharmazie inclusive on-site Cyclotron ist für die nahe Zukunft geplant, wodurch eine noch größere Auswahl an verschiedenen Radiopharmaka für Patientinnen und Patienten angeboten werden können.

Diagnostische Radiopharmaka

Therapeutische Radiopharmaka

Kommerzielle Radiopharmaka

Ebenso bietet die Nuklearmedizin des Universitätsklinikums PET-CT-Untersuchungen kommerziell erhältlicher Radiopharmaka an.

Das gesamte Leistungsspektrum der Nuklearmedizin am UKA, inkl. der kommerziell erhältlichen PET-Radiopharmaka, finden Sie hier.

Kontakt

Sie haben Fragen zu diesem Bereich, die Sie gerne persönlich stellen möchten? Wir sind für Sie da:

Sabrina Scheiwein

Radiochemie & Radiopharmazie

M.Sc.

Telefon: 0821 400-2959
E-Mail: Sabrina.Scheiwein@uk-augsburg.de

 

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