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Schädelassymetrie-Sprechstunde (Lagerungsbedingter Plagiocephalus, Brachycephalus, Helmsprechstunde).

Schädelasymmetriesprechstunde

In interdisziplinärer Kooperation "Neuropädiatrische Chirurgie" (Kinderchirurgie, Neurochirurgie, Neuropädiatrie) wird im Rahmen der Sprechstunde für Kraniospinale Kinderchirurgie (OA Dr. Lochbihler) und der seit langem etablierten Interdisziplinären Arbeitsgemeinschaft Kraniosynostosen und komplexe Schädelfehlbildungen (Kinderchirurgie, Neurochirurgie, MKG-Chirurgie) eine spezielle Schädelasymmetriesprechstunde für lagerungsbedingte Schädelverformungen im Säuglingsalter angeboten.

In enger Verflechtung mit den niedergelassenen Pädiatern, Physiotherapeuten und Hebammen wird hier zum einen - im Sinne der Vorsorge - gezielt auf die Ausschöpfung der konservativen Behandlungsmöglichkeiten des lagerungsbedingten Schief- und Kurzschädels aufmerksam gemacht. Als ein wichtiges Stichwort seien hier nur die sog. „tummy time tools“ genannt. Die cephalometrische Untersuchung, die standardisierte Fotodokumentation, die klinische Beurteilung durch den erfahrenen Untersucher, die Verlaufskontrolle zur Beurteilung des Aufholwachstums stellen wichtige Sprechstundenmerkmale dar. Die enge Anbindung an die Kinderradiologie, die Neuropädiatrie und Entwicklungsneurologie ermöglichen die Abrundung unseres Therapiekonzeptes.

Zum anderen steht uns eine 3D-Laser-Kamera zur Verfügung, die in einer für Säuglinge und Kleinkinder sehr komfortablen Untersuchungszeit von 1,5 Sekunden dreidimensionale Datensätze für die Schädelvermessung bereitstellt. Ein Seitenunterschied ab 1,5 cm beim Schiefschädel bzw. ein pathologischer Schädelindex beim zu kurzen Schädel sind mögliche Kriterien, die zur konsequenten Therapie auffordern.

Die digitale dreidimensionale Vermessung erlaubt uns erstens objektivierbare und sehr differenzierte Verlaufsanalysen der Schädelverformungen und kann zweitens auch als Grundlage einer möglichen Helmbehandlung zur Korrektur des Plagio- und Brachycephalus dienen. Gipsabdrücke gehören damit der Vergangenheit an. Die Helme können in der gleichen Sprechstunde angepasst und in der Folge auch (wachstumskonform) nachgeschliffen werden.

Für die herkömmliche Behandlung einer lagebedingten Schädelverformung (Lagerungstherapie, Bauchlage im Wachzustand, Physiotherapie etc.) sind die ersten drei bis vier Monate besonders wichtig. Die Messungen in unserer Sprechstunde sollten deswegen früh beginnen, etwa mit zwei bis drei Monaten, um in der Verlaufsuntersuchung mit etwa 5 Monaten schon eine Aussage über ein Aufholwachstum – also den Erfolg der bisherigen Maßnahmen - geben zu können. Das Zeitfenster für die Helmbehandlung beginnt nämlich schon mit 5 Monaten und endet kurz vor dem ersten Geburtstag. Die Helmbehandlung wird sehr gut toleriert. Ihre Wirksamkeit ist eindrucksvoll belegbar. Das primär anzustrebende Ziel sollte dennoch sein, die Helmtherapie durch konsequente präventive Maßnahmen gar nicht erst erforderlich werden zu lassen.

In unserem Downloadbereich finden Sie weitere Informationen zu diesen Themen. 

Helmsprechstunde

Seit den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts empfahlen Kinderärzte den Eltern, dass Säuglinge auf dem Rücken gelagert werden sollten, weil damit die Gefahr des plötzlichen Kindstodes signifikant verringert werden konnte. Die Empfehlung zur Rückenlage ist prinzipiell völlig richtig. Andererseits wurde damit die Häufigkeit von lagerungsbedingten Schädelverformungen ganz erheblich erhöht.

Unser Behandlungskonzept beruht grundsätzlich auf der genauen Vermessung, rechnerischen Bewertung (Schädel-Index, Diagonalen-Differenz und Diagonalen-Ratio), standardisierten fotografischen Dokumentation und bedarfsweise dem 3D-Scan.

Zur Bestimmung des Aufholwachstums hätten wir am liebsten zwei Vermessungen: die erste gerne schon mit 8 Wochen, die zweite mit etwa 5 Monaten. Dies ermöglicht uns eine genauere, auch quantitative Bewertung der bis dato durchgeführten therapeutischen Maßnahmen.

Die effektiven Behandlungsmöglichkeiten durch die dynamische Kranioorthese, also die Helmtherapie sind in der Praxis eindrucksvoll belegbar. Die Orthese bietet Gegenhalt für die weitere Expansion des Schädels in der unerwünschten Dimension, ermöglicht den defizitären Schädelarealen ein Aufholwachstum in den freien Raum des Helms und normalisiert vor allem die Auflage des Köpfchens im Liegen. Damit wird einer anhaltenden Vorzugshaltung entscheidend entgegengewirkt. Der Zeitkorridor für die Helmbehandlung beginnt mit etwa fünf Monaten und ist mit etwa 12 Lebensmonaten abgeschlossen. Die Therapiecompliance der Eltern ist erfahrungsgemäß sehr gut. Wie bei kaum einer anderen Therapie ist die Compliance bei der Helmtherapie durch die Gebrauchsspuren an der Helminnenseite zu belegen.

Kontakt

Dr. med. Harald Lochbihler

Oberarzt

  • Facharzt für Chirurgie und Facharzt für Kinderchirurgie
  • Kinderschutzmediziner (DGKiM)
  • Zertifikat Kinder- und Jugendgynäkologische Sprechstunde
  • Qualitätsmanagementbeauftragter

Telefon: 0821 400-9210
Fax: 0821 400-179203
E-Mail: kinderchirurgie@uk-augsburg.de

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