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Wenn die Blase zu klein und der Drang zu groß ist

Ein ungewollter Urinabgang ist ein durchaus häufig auftretendes Problem bei Kindern. Etwa zehn Prozent der siebenjährigen Kinder nässen nachts und bis zu sechs Prozent tagsüber ein. Dies stellt oft eine große Belastungssituation für unsere Patienten und ihre Familien dar.

Häufig ist die Steuerung der Blasenfunktion durch das Gehirn noch nicht ausreichend entwickelt oder aber die Kapazität der Blase aus unterschiedlichen Gründen zu klein. Teils haben sich die Kinder auch ein Zurückhalten ihres „Pipi" antrainiert, so dass zunächst eine normale Urinausscheidung nicht mehr möglich ist. Auch ist es möglich, dass ein Hormon (ADH), das die Urinproduktion über Nacht reduziert, noch nicht ausreichend wirkt. Es können jedoch auch anatomische Veränderungen zugrunde liegen.

Um die genaue Ursache zu klären, ist die Anamnese wichtig. Zudem sind Trink- und Ausscheidungsprotokolle ebenso wie eine klinische Untersuchung entscheidend. Ergänzende Untersuchungen können je nach Symptomatik Urinanalysen, Ultraschalluntersuchungen, Messungen der Blasenkapazität sowie der Blasenentleerung (Uroflow) mit Restharnbestimmung und Darstellung der Funktion des Beckenbodens sein. Aber auch weiterführende urologische Untersuchungen wie eine Blasendruckmessung oder eine Blasenspiegelung können notwendig werden. Eine Ultraschalluntersuchung ist Routine. Am Universitätsklinikum Augsburg finden Sie alle bildgebenden Diagnoseverfahren wie Röntgen, MRT oder Ultraschall unter einem Dach, was kurze Wege für Eltern und Patienten bedeutet.

Die Behandlungsstrategien orientieren sich an der jeweiligen herausgearbeiteten Diagnose und daran, ob das Kind nur nachts oder rund um die Uhr einnässt. So kann lediglich eine Umstellung der Flüssigkeitsaufnahme ausreichend sein oder auch eine (begleitende) medikamentöse Therapie. Sind beide Maßnahmen wenig erfolgversprechend, kann auch die Konditionierung mit der sogenannten Klingelhose erforderlich werden. Dabei handelt es sich um eine spezielle Unterhose, die beim ersten Tröpfchen einen Klingelton von sich gibt und das Kind erinnert, seine Blase kontrolliert zu entleeren. In seltenen Fällen sind diagnostische oder therapeutische Eingriffe in Narkose erforderlich. Die Behandlung erfordert bisweilen viel Geduld. Die aufgebrachten Mühen werden fast immer mit Erfolg belohnt.  

Wichtig für Eltern:

Bitte bringen Sie, wenn möglich, das über den Link abrufbare Miktionsprotokoll und den Anamnesebogen mit zu Ihrem Termin. Bei Fragen zum Ausfüllen wenden Sie sich an die Kolleginnen und Kollegen vom Servicepunkt unter der Telefonnummer (0821)400-9210.

 

APOGEPHA Miktionsprotokoll

APOGEPHA Anamnese-Fragebogen

Kontakt

Dr. med. Tobias Schuster

Direktor der Klinik für Kinderchirurgie
Facharzt für Kinderchirurgie

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