Operation, Medikamente und Strahlentherapie:

Ein Überblick über die verschiedenen Therapieformen bei Krebserkrankungen

So individuell wie die verschiedenen Krebserkrankungen sind auch die Therapieformen. Einige wirken nur lokal, andere im gesamten Körper – häufig werden auch verschiedene Therapien miteinander kombiniert. Da Krebs jedes Organ und jeden Teil des Körpers betreffen kann, sind die Behandlungsmöglichkeiten sehr vielfältig – somit muss die Therapie individuell auf den Patienten zugeschnitten werden.

Welche Therapieform die beste für den Patienten ist, wird nach unterschiedlichen Kriterien und anhand von Behandlungsleitlinien entschieden. Dabei spielen auch die Wünsche und Vorlieben des Patienten eine große Rolle. Den Entschluss für oder gegen eine bestimmte Therapie trifft der Patient mit seinem behandelnden Arzt.

Dieser Artikel gibt einen kurzen Überblick über die verschiedenen Therapiemöglichkeiten und erste Informationen – auch zu ergänzenden Maßnahmen und zur Palliativmedizin – an die Hand.

Verschiedene Therapieformen: Die wichtigsten Informationen auf einen Blick

Die operative Entfernung eines Tumors, die Therapie mit Strahlen oder Medikamenten sind die am häufigsten eingesetzten Therapieformen, die oft auch kombiniert werden. Bei der Wahl einer Therapie kommt es auf die jeweilige Krebsart an, ob sich Metastasen gebildet haben und darauf, in welcher Verfassung sich der Patient befindet. Für die Therapieempfehlung diskutiert ein Ärzteteam, bestehend aus Experten verschiedenster Fachrichtungen, welche Behandlung am besten zum Patienten passt. In diese Entscheidung werden selbstverständlich auch die Wünsche des Patienten einbezogen. Mit ausreichend Zeit erläutert der behandelnde Arzt den Ablauf der Therapie und klärt über mögliche Nebenwirkungen auf.

Überblick über die häufigsten Therapieformen

Operation
Ablauf
  • Chirurgische Entfernung des Tumors und eines Teils des umliegenden Gewebes

Einsatzgebiete

  • In der Regel mit dem Ziel der Heilung, beispielsweise bei Lungen-, Darm-, Brust- oder Prostatakrebs
Medikamententherapie (wie klassische Chemotherapie, Hormontherapie, zielgerichtete Therapie):
Ablauf
  • Therapie, die im ganzen Körper wirkt
  • Häufig als Infusion; manchmal in Tablettenform möglich
  • Oft ambulante Therapie möglich

Einsatzgebiete

  • Als heilende Therapie bei Blut- oder Lymphdrüsenkrebs
  • Als zusätzliche Therapie nach Operationen bestimmter Tumore wie beispielsweise Lungen- oder Darmkrebs, um die Chancen auf langfristige Heilung zu erhöhen
  • Als lebensverlängernde Therapie bei fortgeschrittenen (metastasierten) Krebserkrankungen
Strahlentherapie
Ablauf
  • Örtliche Bestrahlung des Tumors, um gezielt das Krebsgewebe zu zerstören
  • Oft ambulant möglich

Einsatzgebiete

  • Als heilende Therapie, zum Beispiel bei einem Prostatakarzinom im Frühstadium
  • Als zusätzliche Therapie bei Brustkrebs nach einer Operation, um die Chancen auf langfristige Heilung zu erhöhen
  • Als lindernde Therapie zum  Beispiel bei schmerzenden Knochenmetastasen

Neben diesen drei Säulen der Krebstherapie gibt es eine Vielzahl von speziellen technischen Therapieverfahren wie zum Beispiel die endoskopische Abtragung von Speiseröhrenkrebs, die lokale „Verödung“ von Lebermetastasen oder die interne Strahlentherapie mit radioaktiv wirkenden Substanzen. Dank der modernen Forschung und der großen Auswahl an Behandlungsmöglichkeiten stehen heute für fast alle Patienten erfolgversprechende Therapieoptionen zur Verfügung.

Die sogenannte Palliativmedizin lindert vor allem die akuten Beschwerden und Begleitsymptome der Krebserkrankung und ist nicht mehr vordergründig gegen den Tumor selbst gerichtet. Sie kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn eine Krebserkrankung sehr weit fortgeschritten ist und auf keine heilende Therapie mehr anspricht. Manchmal ist es auch der Wunsch des Patienten, keine weitere Tumortherapie durchzuführen.

Ergänzende Methoden zur Unterstützung der Krebsbehandlung

Neben der Behandlung der eigentlichen Tumorerkrankung gibt es weitere unterstützende Maßnahmen, die auf die individuelle Situation eines Patienten eingehen und zu mehr seelischem oder körperlichem Wohlbefinden beitragen sollen. Dazu zählen zum Beispiel: 

Ein Mix aus psychologischer Betreuung, Sport und Bewegung sowie ausgewogener und speziell abgestimmter Ernährung begleitet den Patienten durch die Krebstherapie. Die Maßnahmen können die Behandlung sinnvoll ergänzen und Körper und Geist stabilisieren – für mehr Kraft, Energie und Durchhaltevermögen während der Therapie.

Möchten sich Patienten zusätzlich naturheilkundlich behandeln lassen, sollte dies in enger Absprache zwischen dem naturheilkundlich tätigen Arzt und dem behandelnden Krebsmediziner erfolgen.

Am Interdisziplinären Cancer Centrum Augsburg (ICCA) sind alle vorgestellten Therapieverfahren möglich. Ein Behandlungsteam aus Ärzten verschiedener Fachrichtungen entscheidet, welche Behandlung am besten für den jeweiligen Patienten geeignet ist – auch unter Berücksichtigung von Begleiterkrankungen, körperlicher Verfassung und individuellen Wünschen des Patienten.