Was tun gegen den Eichenprozessionsspinner?

Trotz seines unscheinbaren Erscheinungsbildes als Schmetterling hat der Eichenprozessionsspinner in den vergangenen Jahren als Raupe für Furore gesorgt. Die feinen Haare der Raupe können bei einem Kontakt mit der Haut von Mensch und Tier toxische Reaktionen auslösen.

Der unauffällige Nachtschmetterling, der sich seit den 1990er Jahren in Deutschland stark verbreitet, hat sich im vergangenen Jahr erstmals in den Grünflächen des Universitätsklinikums Augsburg gezeigt. Meist sind Eichenprozessionsspinner, wie der Name schon verät, an Eichen aufzufinden. In den Grünflächen des Klinikums finden sich einige Eichen – sie wurden vor über 30 Jahren als Allee an den Wegen von den Parkplätzen zum Klinikum gepflanzt, aber auch als Baumbestand im Klinik-Park. Experten erwarten nach einem geringen Befall im vergangenen Jahr, 2019 ein massives Auftreten der Raupe.

Warum müssen Maßnahmen ergriffen werden?

Durch einen übermäßig starken Befall durch den Eichenprozessionsspinner und den Blattfraß kann in den kommenden Jahren der Eichenbestand des Klinikums geschädigt werden. Vor allem sind es jedoch die Gefahren für Mensch und Tier, die das Ergreifen von Maßnahmen notwendig macht.

Gesundheitliche Beschwerden

Die mit Widerhaken versehenen Haare der Raupe (3. Larvenstadium) enthalten ein Nesselgift auf Eiweißbasis (Thaumetopein), dass bei einer Berührung stets eine toxische Reaktion auslöst. Die (fast unsichtbaren) Haare dringen leicht in die unbedeckte Haut und Schleimhaut ein und setzen sich dort mit ihren Häkchen fest. Sie können Haut- und Schleimhautreaktionen, wie z.B. Entzündungen, Knötchen oder Quaddeln, die mit Juckreiz einhergehen, verursachen. Darüber hinaus können Reizungen in Mund und Nase durch das Einatmen der Haare entstehen – eine Bronchitis oder ein asthmatischer Anfall können die Folge sein. Weitere allgemeine Symptome wie Müdigkeit und Schwindel, Bindehautentzündung und Fieber bis hin zu einer allergischen Schockreaktion können auftreten.

Wir ergreifen folgende Maßnahmen:

Vorbeugende Spritzung

In ausgewählten Bereichen mit starkem Publikumsverkehr, also auch an den Wegen von den Parkplätzen zum Klinikum, wird vorbeugend eine Spritzung durchgeführt. Je nach Witterungsverlauf wird die Spritzung in den kommenden Tagen - zwischen Mitte April und Mitte Mai vorgenommen. Das Mittel, welches wir für die Spritzung verwenden heißt „Neem Protect“ und ist pflanzlicher Herkunft. Die Raupen des Eichenprozessionsspinner nehmen das Mittel durch das Fressen der Eichenblätter auf. Der enthaltene Wirkstoff blockiert u.a. die Häutungshormone und die Raupen können sich nicht weiterentwickeln – das heißt die für Mensch und Tier gefährlichen Haare werden nicht ausgebildet. Während der Spritzung kann es zu kurzfristigen Sperrungen der Wege von rund 1 Stunde kommen. In diesen Fällen bitten wir Sie auf andere Wege auszuweichen.

Kontrollfläche

Der westliche Außenpark wird von der Behandlung ausgenommen. Er dient uns als Kontrollfläche. Dadurch können wir den tatsächlichen Befall durch den Eichenprozessionsspinner quantifizieren, um in den kommenden Jahren unsere Maßnahmen zu verfeinern und noch besser den Erfordernissen rund um den Schutz von Mensch und Tier anzupassen.

Artenvielfalt und der Schutz unser Patienten

Gerade in Zeiten in denen gesellschaftlich stark um den Erhalt von vielfältigen Grünflächen und Rückzugsorten für Bienen, Hummeln und Insekten gerungen wird, ist die Entscheidung für eine Spritzung keine einfache Entscheidung. Gerade in einem so sensiblen Bereich, wie das Krankenhaus einer ist, steht aber das Wohl unserer Patienten, ihrer Angehörigen, der Besucher und Mitarbeiter im Zentrum unserer Abwegung. Vor allem Patienten, die durch eine Erkrankung oder Verletzung, geschwächt sind, dürfen nicht durch einen unbeabsichtigten Kontakt mit den Haaren der Eichenprozesspinner-Raupe gefährdet werden.

Allgemeine Hinweise

Sollten Sie Nester des Eichenprozessionsspinner auch in anderen Grünflächen oder Wäldern entdecken, melden Sie diese bitte an das zuständige Garten-, Gesundheits oder Forstamt Ihrer Gemeinde. Bitte berühren Sie die Nester nicht. Schon bei einem Verdacht eines Kontakts mit den Haaren können folgende Maßnahmen helfen:

Kontakt mit Kleidung

  • Kleidung wechseln – am besten im Freien oder vor der Wohnungstür
  • sichtbare Raupenhaare am besten mit einem Klebestreifen entfernen
  • Kleidung bei mindestens 60°C waschen, Schuhe nass reinigen
  • weitere betroffenen Gegenstände - wie z.B. das Auto oder Spielzeug - waschen, saugen und feucht reinigen

Kontakt mit Haut 

  • Duschen Sie sich gründlich ab, waschen Sie Ihre Haare und spülen Sie ggf. Ihre Augen mit Wasser.
  • Tritt eine Hautreaktion auf, sollten Sie Ihren Hausarzt zeitnah aufsuchen.
  • Bei Atemnot kontaktieren Sie den Rettungsdienst unter der europaweit gültigen und kostenfreien Telefonnummer: 112

ANSPRECHPARTNER

Sie haben Fragen zu diesem Thema? Oder möchten wissen, was wir als Unternehmen tun, um in unseren Gründflächen die Artenvielfalt zu fördern? Kontaktieren Sie Stefan Ullrich oder lesen Sie mehr auf unserer Internetseite zu diesem Thema:

Stefan Ullrich
Facilities Management | Gärtnerei

Telefon: 0821 400-3494
E-Mail: stefan.ullrich@uk-augsburg.de

www.uk-augsburg.de/artenvielfalt

Was sehen Sie auf dem Bild?

Die Blätter einer Eiche im Gegenlicht. | Quelle: Freepik.

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