Pinguin-Gang senkt Sturzrisiko

Das neue Jahr begrüßt uns mit zauberhaftem Winterwetter. Gleichzeitig rechnen Ärzte der Unfallchirurgie und der Zentralen Notaufnahme auf Grund der widrigen Wetterbedingungen mit einem erhöhten Unfallrisiko für Fußgänger. Gerade im Winter haben diese beiden Kliniken im Universitätsklinikum Augsburg viel zu tun. Sie versorgen zum Beispiel Patienten, die auf vereisten oder schneebedeckten Wegen ausgerutscht und gestürzt sind. Die Verletzungen sind breit gefächert: dazu zählen Knochenbrüche, Prellungen, Bänderdehnungen und Kopfplatzwunden, aber auch etwas schwerwiegendere Verletzungen, wie Oberschenkelhalsbrüche oder Traumata.

Damit Sie genauso gut durch die Eiszeit kommen, wie viele Menschen in Augsburg und der Region, haben wir mit Prof. Dr. Edgar Mayr, Chefarzt der Klinik für Unfallchirugie, Orthopädie, Plastische und Handchirurgie gesprochen, um Ihnen folgende Informationen zur Verfügung zu stellen:

Pinguin-Gang senkt Sturzrisiko

Um Stürze zu verhindern empfiehlt Professor Mayr den Pinguin-Gang. "Das Körpergewicht ist beim normalen Gehen fast gleichmäßig über beide Beine verteilt" - das kann das Risiko erhöhen, bei Glatteis das Gleichgewicht zu verlieren und auf der rutschigen Eisfläche zu stürzen. Er ergänzt: "Der Pinguin-Gang ist eine einfache Methode, um sicher über eine glatte Fläche zu gehen und einen Sturz zu vermeiden." Beim Pinguin-Gang bewegt man sich langsam und mit kleinen Schritten, dabei wird der Körperschwerpunkt über dem vorderen, also dem auftretenden Bein ausgerichtet – der Fuß setzt jeweils mit ganzer Sohle auf und zeigt leicht nach außen. Das belastete Bein steht damit im rechten Winkel zum Boden. Die leicht nach vorn geneigte Körperhaltung sorgt so für mehr Stabilität. Damit sinkt die Gefahr für einen Sturz. Nicht immer kann man aber einen Sturz abwenden. "Verliert man das Gleichgewicht," so Professor Mayr, sollte man sich während des Fallens so klein wie möglich machen und Kopf und Gesicht schützen, nicht die Hände ausstrecken, um sich abzufangen - sonst kann man sich leicht Arme oder Handgelenke brechen - und man sollte am besten versuchen auf dem Po zu landen, anstatt auf den Knien oder der Wirbelsäule.

Wege rund um das Universitätsklinikum Augsburg

Wer rund um das Krankenhaus auf gestreuten Wegen unterwegs ist, braucht aber keine Angst vor glatten Wegen zu haben. Denn im Winter sind die Mitarbeiter des Facilities Management rund um die Uhr in Bereitschaft, um im Fall der Fälle die Hauptwege schnell von Eis und Schnee zu befreien bevor die ersten Mitarbeiter und Patienten das Krankenhaus erreichen. Jeden Tag haben sie den Schneebesen dabei, aber auch der große Sack mit dem Streusalz darf nicht fehlen. Gerade das Streusalz hilft bei Glätte. Es bringt das Eis auf den Wegen durch eine chemische Reaktion zum schmelzen. Nur im Park - da kehren und streuen die Mitarbeiter des Facilities Management nicht. Dort gilt: "Dieser Weg wird nicht gestreut. Benutzung auf eigene Gefahr."

BILD

Die Fachgesellschaft der Unfallchirurgen macht es vor und veröffentlichte bereits im Januar 2017 eine Grafik, die zeigt, wie der sichere Gang auf glatten Wegen gelingt. | Quelle: Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (2017).

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