Jetzt noch bessere Behandlungsmöglichkeiten bei Lungenkrebs

Im Interdisziplinären Cancer Center (ICCA) am Universitätsklinikum Augsburg gibt es jetzt ein zertifiziertes Lungenkrebszentrum. Zahl der Eingriffe ist nur ein Kriterium von vielen.

Augsburg (ilm) – Stefan Mayer hat sein Leben lang geraucht. Vor wenigen Monaten bekam der 61-Jährige dann die niederschmetternde Diagnose: Lungenkrebs. Im Interdisziplinären Cancer Center Augsburg (ICCA) am Universitätsklinikum Augsburg (UKA) wurde die Diagnose gestellt und von mehreren Experten aus den unterschiedlichen medizinischen Disziplinen der Therapiefahrplan festgelegt. Operiert wurde Mayer schließlich von Dr. Stephan Raab, Leitender Oberarzt an der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie, bei der dem Patienten der obere rechte Lungenlappen entfernt werden musste. Trotz Schlüsselloch-Technologie gilt diese Art der OP als schwerer Eingriff. Mayer hat ihn nicht nur gut überstanden, auch seine Genesungschancen stehen gut. „Ich bin den Ärzten am Universitätsklinikum sehr dankbar“, sagte Mayer beim Fototermin. „Ich fühle mich gut und habe noch einiges vor.“

Ein Satz, den Dr. Raab gern hört. Raab ist Leiter des Lungenkrebszentrums Augsburg-Schwaben im ICCA am UKA. Rund 700 Eingriffe an Lunge und Brustkorb führt er im Jahr durch, die meisten davon minimal-invasiv, also durch einen kleinen Schnitt in die Haut. Diese Art der OP-Methode wird weltweit immer häufiger durchgeführt und ist besonders schonend für den Patienten, sind doch die postoperativen Nachwirkungen deutlich weniger problematisch. Unter anderem die hohe Zahl an Eingriffen hat jetzt dazu geführt, dass das Lungenkrebszentrum von der DKG (Deutsche Krebsgesellschaft) zertifiziert wurde.

„Das ist eine besondere Ehre und Auszeichnung für uns“, erklärt Raab, da nicht nur die entsprechenden Eingriffe pro Jahr nachgewiesen werden müssen, sondern auch bestimmte Qualifikationen, eine umfassende Netzwerkstruktur im Haus mit den verschiedenen Fachbereichen von Thoraxchirurgie über Pneumologie, Onkologie, Palliativmedizin, Strahlentherapie, Pathologie, Nuklearmedizin bis hin zum Sozialdienst sowie den niedergelassenen Ärzten und Selbsthilfegruppen. „Diese Strukturen bestehen im ICCA am UKA seit langem“, sagt Raab. Dennoch seien sie keine Selbstverständlichkeit.

Weil die Zertifizierung von der DKG so restriktiv gehandhabt wird, gibt es in Deutschland insgesamt nur 53 Lungenkrebszentren an 67 Kliniken. „Weil einige Krankenhäuser allein die nötige Zahl an Operationen, gerade bei Lungenkrebs, nicht aufbringt, schließen sich mehrere zu einem Lungenkrebszentrum zusammen“, erläutert Raab. In Bayern gab es bislang fünf zertifizierte Lungenkrebszentren. Mit Augsburg sind es nun sechs. Ziel einer solchen Zertifizierung ist nach Aussage Raabs die Verbesserung der Behandlung von Lungenkrebs und deren Ergebnisse, also Überlebenszeit und Lebensqualität. Patient Stefan Mayer hat das UKA inzwischen mit guter Prognose verlassen und schmiedet schon wieder Pläne.

Das sehen Sie auf dem Bild:

Von links: Prof. Dr. Björn Hackanson, Stellv. Direktor des ICCA, Prof. Dr. Martin Schwaiblmair, Koordinator des Lungenkrebszentrums, Dr. Stephan Raab, Leiter des Lungenkrebszentrums, Patient Stefan Mayer, Prof. Dr. Michael Beyer, Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor des UKA (komm.) sowie Direktor und Chefarzt der Klinik für Herz- und Thorax-Chirurgie.

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