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Schluss mit Frühjahrsmüdigkeit!

Was dahinter steckt und wie man den Organismus aktiviert

Dr. Peter Konopka war bis 2003 internistischer Oberarzt am Klinikum Augsburg. Sportlich immer aktiv, eröffnete er 1991 seine eigene Yoga-Schule in Augsburg. Die seit 5.000 Jahren bewährten fernöstlichen Übungen setzte Konopka bereits 1972 ein, als er Yoga erstmals als wirksamen Ausgleich für Wirbelsäulenbeschwerden bei Radsportlern entdeckte. Ungezählt sind seine Vorträge, Veröffentlichungen und Kolumnen in Fachmedien. Regelmäßig verfasst er auch Beiträge und gibt wertvolle Tipps in unserem Magazin »Gesundheit ganz groß«.

Die Natur hat ihren Rhythmus. In unseren Breiten zieht sie in der Kälte und Dunkelheit des Winters Lebenskraft zurück. Man sieht das an Pflanzen und Tieren, die sich mit ihrem gesamten Stoffwechsel auf Winterruhe umstellen. Und im Frühjahr erwacht die Natur wieder und stellt sich auf Sonne und Wärme um: es ist die Zeit des Neubeginns. Diese Anpassungsvorgänge beanspruchen unseren Organismus und führen zu dem, was wir »Frühjahrsmüdigkeit« nennen. Nach Umfragen leiden darunter etwa 50 – 70 % aller Menschen in Deutschland. Besonders betroffen sind ältere Menschen, weil im Alter die Anpassungsfähigkeit abnimmt.

Symptome bei Frühjahrsmüdigkeit
  • Antriebslosigkeit
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit
  • Kreislaufbeschwerden, Schwindelgefühle
  • Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche
  • Stimmungsschwankungen
  • Wetterfühligkeit

Wissenschaft

Als wissenschaftlich fassbare Ursachen der Frühjahrsmüdigkeit werden vor allem hormonelle Störungen diskutiert. Durch Lichtmangel und längere Schlafenszeit wird im Winter das »Schlafhormon« Melatonin erhöht und das »Glückshormon« Serotonin vermindert. Der zunehmende Sonnenschein im Frühjahr dreht diese Hormon-Konstellation wieder um. Dieser Umstellungsprozess könnte zu den Symptomen der Frühjahrsmüdigkeit führen.

Körperliche Aktivität

Richtig dosierte körperliche Aktivität verbessert in jedem Lebensalter die Anpassungsfähigkeit des menschlichen Organismus – auch an die hormonelle Umstellung im Frühjahr. Dazu kommen noch eine ganze Reihe von Anpassungsvorgängen im Herz-Kreislaufsystem, Stoffwechsel, Immunsystem bis hin zur besseren Funktion des Gehirns. Um dies zu erreichen, muss die körperliche Aktivität richtig dosiert werden. Untersuchungen bei Gesundheitssportlern haben ergeben, dass sie dazu neigen, sich zu intensiv zu belasten. Auch der Freitzeitsportler sollte unbedingt auf die richtige Dosis Sport achten. Gesundheitlich am wichtigsten ist es, die Intensität des Trainings, das Tempo, »moderat« zu gestalten – sei es beim Spaziergang, Walken, Joggen oder Radfahren:

  • etwa 30 – 40 Minuten
  • am besten in einem Tempo, bei dem man sich noch unterhalten kann
  • möglichst täglich oder mindestens drei- mal in der Woche

Heilkraft des Waldes

Die Heilkraft des Waldes wird auch wissenschaftlich immer mehr untersucht: Stichwort »Waldbaden«. Der Wald befreit uns nicht nur von Kohlendioxid (CO2) und versorgt uns mit Sauerstoff (O2) – sondern er hat noch viele andere Wirkungen. So empfindet man im Wald nicht nur die gute Luft, sondern auch ein Umfeld, das zu einer tiefen inneren Ruhe, zum Abbau von Stress und sogar zur Lösung psychischer Probleme beitragen kann.

 

Energie der Sonne

Als es noch keine Heilmittel gegen Tuberkulose gab, verordnete man eine Heil-Kur in großer Höhe wie beispiels- weise im Schweizer Kurort Davos, um mit dieser Sonnen-Therapie (Heliotherapie) den Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen. Denn die Sonnenenergie hat viele positive Wirkungen, sofern man sie richtig dosiert. Unter anderem wird in unserer Haut durch Sonnenlicht Vitamin d gebildet, über das man immer mehr Erkenntnisse gewinnt – und das in der notwendigen Menge nicht durch die Nahrung aufgenommen werden kann. Einigkeit besteht darin, dass das Sonnen- licht ein wichtiger Faktor dafür ist, dass es im Sommer weniger Infektionskrankheiten gibt.

Gesunde Ernährung

Kurz gesagt: Gesund ist eine ausgewogene vitalstoffreiche Ernährung mit frischen Nahrungsmitteln hoher Qualität (keine Fertigprodukte), viel Obst und Gemüse und ausreichend biologisch hochwertigem Eiweiß.

Bewusste Regeneration

»Erst die Anspannung, dann die Entspannung« heißt ein Naturgesetz. Eine Belastung führt zur Ermüdung – und die daran anschließende Erholung baut ein höheres Leistungsniveau auf. Ein Belastungsreiz führt nur dann zu einer immer weiteren Leistungszunahme, wenn vorher der Prozess der Regeneration ab- geschlossen ist. Daher ist es sehr wesentlich, dass man lernt, sich bewusst zu regenerieren.

Dazu gibt es ein ganzes Netz regenerativer Maßnahmen:

  • Richtig dosierte körperliche Aktivität (Trainingsplan)
  • Entspannung (Autogenes Training, Yoga, ausreichender Nachtschlaf
  • Gesunde an den tatsächlichen Bedarf angepasste Ernährung
  • Physikalische Maßnahmen (Massagen, Bäder, Sauna)
  • Sonnenlicht, Höhenaufenthalt

Hinweis

Dieser Artikel erschien zu erst in der Ausgabe 1/2021 des Gesundheitsmagazins "GESUNDHEIT ganz groß". Die gesamte Ausgabe finden Sie als PDF-Datei zum nachlesen hier: Ausgabe 1/2021.

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