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Präsident der europäischen Gesellschaft für Endoskopie kommt aus Augsburg

Prof. Dr. Helmut Messmann steht der Europäischen Gesellschaft für Endoskopie als Präsident vor. Er ist erst der vierte Deutsche auf diesem Posten

Hinweis:

Dies ist eine Pressemitteilung des Universitätsklinikums Augsburg.
Den Kontakt zur Pressestelle finden Sie hier: Presse.

Augsburg mag nicht der Nabel der Welt sein. Der Nabel der internationalen Endoskopie-Welt ist er nun. Und das liegt vor allem an einem Mann, der in die ESGE, die Europäische Gesellschaft für Endoskopie, vor sieben Jahren als einfaches Mitglied berufen worden ist. Seit April ist dieser Mann Präsident der mächtigsten europäischen Gesellschaft für Endoskopie: Prof. Dr. Helmut Messmann, stellvertretender Ärztlicher Direktor des UKA und Direktor der III. Medizinischen Klinik.

Präsident der ESGE zu sein, ist kein Job, für den man nur einen Freiwilligen finden muss. In geheimer Wahl aller 48 Mitgliedsstaaten muss sich der vorgeschlagene Aspirant gegen mehrere Gegenkandidaten behaupten, die vielleicht aus größeren und bekannteren Städten als Augsburg kommen. In den 50 Jahren seit Bestehen der ESGE haben das gerade mal drei Deutsche geschafft. Prof. Messmann ist der vierte.

Auch der neue Präsident verfolgt dabei die in der Satzung der ESGE verankerten Ziele, die sich vor allem an den Bedürfnissen der Patienten orientieren. So geht es beispielsweise um die Erstellung von Leitlinien. Auch die deutschen Endoskopiker nutzen mehr und mehr die Europäischen Leitlinien. Obwohl Leitlinien nicht den Charakter von Richtlinien erfüllten, müsse ein Arzt sehr gut begründen, wenn er sich bei der Behandlung eines Patienten nicht daran halte und die Therapie anders aufbaue, erklärt ESGE-Präsident Messmann.

Zudem gehören die Fort- und Weiterbildung von Ärzten zu den Zielen der ESGE. Messmann betont jedoch, dass auch die Pflege dabei mehr und mehr in den Fokus der Gesellschaft rücke. Bei der Weiterentwicklung von Produkten griffen Pharmafirmen auf das Wissen und die Empfehlungen der Fachleute zurück. Beispiel hierfür sei der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) bei der Früherkennung von Speiseröhrenkrebs. Messmann und sein Team hatten schon vor Jahren begonnen, Rechner mit Bildern von Speiseröhren von Patienten zu „füttern“. Eine mit den Augsburger und Regensburger Kollegen der Ostbayerischen Technischen Hochschule zusammen entwickelte spezielle Software entdeckt mit 99 prozentiger Sicherheit Speiseröhrenkrebs. Verschiedene Firmen interessieren sich bereits für das Produkt. „Es würde vielen, vielen Menschen das Leben retten helfen, wenn wir das KI-Projekt in der Breite vermarkten könnten. Speiseröhrenkrebs kündigt sich nicht großartig an, wenn er bemerkt wird, ist es oft zu spät“, so Messmann weiter.

Außerdem unterhält die ESGE Trainingszentren in ganz Europa; Augsburg ist eines davon. Auch am UKA konnte Messmann bereits junge Kollegen aus Japan, Portugal, der Türkei oder etwa Russland begrüßen, die an seiner Klinik hospitierten.

Ein gewisser Türöffner für die steile Karriere Messmanns in der ESGE dürfte auch „sein“ Endo Update sein, ein internationaler Kongress, bei dem er seit 2006 tausende Gastroenterologen aus der ganzen Welt im Kongress am Park begrüßen durfte. 

Jedes der 48 ESGE-Mitgliedsstaaten hatte bei der Wahl des Präsidenten eine Stimme. Gegen zwei Gegenkandidaten setzte sich Messmann durch.

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