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Mythos oder Medizin

Die Wasserflasche immer dabei – man kann gar nicht zu viel trinken ... oder vielleicht doch?

Die Trinkflasche ist zum schier unverzichtbaren Accessoire geworden. In der speziellen Schlaufe am Rucksack, beim Sport, im Kinderwagen, sogar in der schicken Handtasche. Besser ist es, einen Liter mehr zu trinken, als einen halben zu wenig, hat sich in den Köpfen der Gesundheitsbewussten eingenistet. Ansonsten droht Kopfschmerz. Und für die Nieren ist es ohnehin besser, wenn sie ordentlich gespült werden. Das weiß doch jeder, wird der regelmäßige Griff zur Wasserflasche angemahnt. Aber stimmt das wirklich?

»MEHR IST TATSÄCHLICH NICHT IMMER BESSER. EINEINHALB LITER WASSER TÄGLICH – DAS IST VÖLLIG AUSREICHEND.«

Mehr ist tatsächlich nicht immer besser. Eineinhalb Liter Wasser täglich – das ist völlig ausreichend, um den Bedarf an Flüssigkeit über den Tag zu decken. Dann läuft der Stoffwechsel rund, die Temperaturregelung des Körpers funktioniert und die Nährstoffe aus der Nahrung werden ordentlich transportiert. Bei großer Hitze oder körperlicher Anstrengung kann es auch mal das Doppelte werden. Aber dann ist unter normalen Umständen auch Schluss mit gesund, sagt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Viel mehr kann uns ernsthaft schaden. Überschüssiges Wasser bleibt im Körper und kann gefährliche Auswirkungen haben. Eine Wasservergiftung droht. Die Nährstoff- und Salzkonzentration im Blut sinkt. Folgen können Muskelschwäche, epileptische Anfälle und sogar Herzversagen sein. Vor allem Menschen mit Herz-, Nieren- und Leberproblemen sollten auf ihre Trinkmenge achten. Die geschwächten Organe reagieren besonders empfindlich
auf zu viel Flüssigkeit. Schaden droht auch dort, wo wir ihn am wenigsten vermuten. Beim intensiven Ausdauersport geht schnell der Überblick über die tatsächlich getrunkene Menge verloren. Mineralstoffe werden ausgeschwemmt, der Körper geschwächt. Ein Trick um herauszufinden wieviel Flüssigkeit tatsächlich benötigt wird, ist der Gang zur Waage vor und nach dem Sport. Die Differenz an Gewicht kann »nachgefüllt« werden.

Wenn tatsächlich zu wenig getrunken wird, dehydriert der Körper. Das Blut fließt durch den Wassermangel langsamer. Kopfschmerzen und Kreislaufprobleme, auch Verwirrtheitszustände sind die Folge. Bei Krankheitssymptomen wie Fieber, Durchfall und Erbrechen verliert der Körper mehr Flüssigkeit als üblich. Dann kann es nötig sein, bis zu einem Liter Wasser zusätzlich zu trinken, um das Wasserdepot wieder aufzufüllen.

Auf den eigenen Körper zu hören, ist immer noch der beste Rat. Spätestens wenn der Mund trocken wird, greifen wir automatisch zum erfrischenden Getränk. Die beste Wahl ist dann immer noch frisches Wasser. Aber auch Tee oder eine leckere Fruchtsaftschorle erledigen den Job und machen uns wieder fit.

 

Hinweis

Dieser Artikel erschien zu erst in der Ausgabe 1/2021 des Gesundheitsmagazins "GESUNDHEIT ganz groß". Die gesamte Ausgabe finden Sie als PDF-Datei zum nachlesen hier: Ausgabe 1/2021.

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