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Hautkrebs-Expertin an die Universität Augsburg berufen

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Prof. Dr. Julia Welzel ist bereits seit Dezember 2004 Chefärztin der Klinik für Dermatologie und Allergologie am Universitätsklinikum Augsburg

Augsburg/ARS – Die Universität Augsburg hat Prof. Dr. Julia Welzel auf den neu eingerichteten Lehrstuhl für Dermatologie an ihrer Medizinischen Fakultät berufen. Die Dermatologin ist eine international renommierte Expertin für Hautkrebs: Ein von ihr entwickeltes bildgebendes Verfahren zur Erkennung von Hauttumoren ist inzwischen weltweit etabliert. Ihre Forschungen zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei der automatisierten Erkennung von Hautkrebs führt Welzel bereits in enger Kooperation mit Kolleginnen und Kollegen der Augsburger Universitätsmedizin durch.

Die Präsidentin der Universität Augsburg, Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel, freut sich über die Berufung: „Frau Prof. Welzel verfügt über eine breite klinische Expertise, ist in Forschung und Lehre sehr engagiert und passt nicht zuletzt durch ihre Stärke in der interdisziplinären Zusammenarbeit hervorragend zur Netzwerk-Universität Augsburg.“ Bereits bei der Antragserstellung zur Einrichtung einer Augsburger Universitätsmedizin habe Welzel sich verdient gemacht: Ihre Erfahrungen in nationalen Gremien zur Weiterentwicklung des Medizinstudiums in Deutschland habe sie von Beginn an intensiv und fächerübergreifend in die Curriculumsentwicklung des Augsburger Modellstudiengangs eingebracht.

Dem Hautkrebs auf der Spur

Langjähriger Forschungsschwerpunkt der Neuberufenen ist die dermatologische Onkologie,
insbesondere die Diagnostik von Hauttumoren. „Mit Frau Prof. Welzel haben wir eine national und international ausgewiesene Hautkrebsexpertin für unsere Fakultät gewonnen. Sie hat maßgeblich den Einsatz der optischen Kohärenztomographie als bildgebendes Verfahren zur Erkennung von Hauttumoren entwickelt, das inzwischen weltweit Eingang in die Routineanwendung in Kliniken und Praxen gefunden hat“, erläutert die Gründungsdekanin der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Martina Kadmon. Die optische Kohärenztomographie funktioniert wie ein Ultraschall, nur dass sie anstelle von Schall Lichtstrahlen im Infrarotbereich (Laser) verwendet und mit ihrer Hilfe feinste Gewebestrukturen sichtbar machen kann.

Welzel hat sich auch für die Zukunft viel vorgenommen: „Zusammen mit der Medizininformatik in Augsburg und weiteren Kooperationspartnern entwickeln wir ein Gerät, mit dem mittels Künstlicher Intelligenz heller Hautkrebs automatisch diagnostiziert und gleich mit Laser behandelt wird. Die Therapie wird somit durch die Diagnostik in einem geschlossenen System gesteuert, ein sehr innovativer Ansatz.“ Ein neuer Aspekt ihrer Forschungen betrifft zirkulierende Tumorzellen: „Hier haben wir in den letzten Jahren zusammen mit der Physik der Universität Augsburg erste Versuche zur Zellsortierung gemacht. Diese Arbeiten werde ich mit mehreren Kooperationspartnern weiterführen und mich mit den Interaktionen zwischen zirkulierenden Melanomzellen und Gefäßwenden beschäftigen.“ Beteiligt sind die Physiologie/Physik der Universität Augsburg sowie das Interdisziplinäre Forschungslabor Onkologie und die Transfusionsmedizin des Universitätsklinikums Augsburg.

Pläne für die digitale Lehre im Modellstudiengang Humanmedizin

Die Hautärztin hat sich vorgenommen, das Organkapitel Haut bereits sehr früh im Studium eng vernetzt mit den Grundlagenfächern Anatomie, Physiologie, Biochemie und Medizinische Psychologie zu unterrichten. „Konkret bedeutet das, dass wir beispielsweise bereits bei der Anatomie der Haut Bezüge zu Schuppung und Rötung, bei der Physiologie und Psychologie zu Juckreiz und Sensorik sowie bei der Biochemie zur Immunologie der Haut, Allergien und Autoimmunkrankheiten lehren. Die Studierenden sollen ihr Wissen direkt anwenden können, um bereits durch eine exakte Beschreibung des Hautbefundes Hautkrankheiten interpretieren zu können“, erläutert Welzel ihr Konzept.
Auch digitale Formate möchte sie intensiv nutzen: „Gerade die Dermatologie als Fach, in dem die Blickdiagnose eine große Rolle spielt, eignet sich für virtuelle Visiten und andere Formate des eLearning. Während der Corona-Pandemie haben wir beispielsweise einen virtuellen Nahtkurs entwickelt, den wir derzeit evaluieren.“ Vorantreiben möchte sie auch die Vernetzung des Medizinstudiengangs mit dem Bachelorstudiengang Medizinische Informatik, in dem sie einen Augsburger Standortvorteil sieht. Die Dermatologie eigne sich hierfür besonders gut, da es aufgrund der innovativen Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz zur automatisierten Erkennung von Hautkrebs viele Berührungspunkte gebe.

Zur Person

Prof. Dr. med. Julia Welzel studierte Humanmedizin an der Universität Hamburg und an der Medizinischen Universität zu Lübeck, wo sie 1992 promoviert wurde; im selben Jahr erfolgte die Approbation als Ärztin. Drei Jahre später folgte die Ernennung zur Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten, 2001 die Habilitation für das Fach Dermatologie und Venerologie an der Universität zu Lübeck. Seit 1990 arbeitete sie als Ärztin und Oberärztin an der dortigen Klinik für Dermatologie und Venerologie. Bereits 2004 übernahm Welzel als 39jährige Chefärztin und erste Frau in dieser Position die Leitung der Klinik für Dermatologie und Allergologie am Klinikum Augsburg, wo sie seit 2006 das Allergiezentrum und seit 2009 das Hauttumorzentrum leitet. Von 2008 bis 2010 sowie von 2013 bis 2014 war sie außerdem stellvertretende Ärztliche Direktorin des Klinikums. Welzel ist in zahlreichen Gremien und Gesellschaften engagiert, unter anderem ist sie seit 2017 im Vorstand der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, wo sie für die Amtszeit 2023 bis 2025 als Präsidentin nominiert ist.
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Die Augsburger Universitätsmedizin

…umfasst die Medizinische Fakultät der Universität Augsburg, das Universitätsklinikum Augsburg sowie – als Kooperationspartner – das Bezirkskrankenhaus Augsburg – Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Universität Augsburg. Die Forschungsschwerpunkte der Medizinischen Fakultät liegen in den Bereichen Medizinische Informatik sowie Umwelt und Gesundheit. Rund 100 Professorinnen und Professoren werden im Endausbau in der bio- und humanmedizinischen Forschung und Lehre tätig sein. Seit dem Wintersemester 2019/20 bietet die Medizinische Fakultät einen humanmedizinischen Modellstudiengang an, der vorklinische und klinische Inhalte integriert und besonderen Wert auf eine wissenschaftliche Ausbildung der im Endausbau 1.500 Studierenden legt.

Das Universitätsklinikum Augsburg (UKA), seit 2019 in der Trägerschaft des Freistaates Bayern, bietet unter anderem durch seine Einbindung in universitäre medizinische Forschung und Lehre der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg der Bevölkerung der Stadt und der Region eine optimale medizinische Versorgung. Die tagesklinischen Betten mitgezählt, stehen am UKA 1.740 Betten zur Verfügung. 24 Kliniken, drei Institute und 19 Zentren garantieren in allen medizinischen Fachdisziplinen Diagnose und Therapie auf höchstem Niveau. Jährlich werden über 250.000 ambulante und stationäre Patientinnen und Patienten versorgt. Mit zirka 80.000 Patientinnen und Patienten pro Jahr ist die Notaufnahme des UKA die zweitgrößte der Bundesrepublik. Jährlich erblicken am UKA mehr als 2.450 Kinder das Licht der Welt. Mit 560 Ausbildungsplätzen ist die an das UKA angeschlossene Akademie für Gesundheitsberufe einer der größten Ausbildungsträger der Region.

Hinweis:

Dies ist eine gemeinsame Pressemitteilung der Universität und des Universitätsklinikums Augsburg.

Den Kontakt zur Pressestelle der Universität Augsburg finden Sie hier: Presse.
Den Kontakt zur Pressestelle des Univesitätsklinikums Augsburg finden Sie hier: Presse.

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