MENÜ

Das Professoren-Team der Medizinischen Fakultät wächst weiter

Prof. Dr. Evaldas Girdauskas übernimmt Lehrstuhl für Herz- und Thoraxchirurgie

Prof. Dr. Evaldas Girdauskas absolvierte sein Studium der Humanmedizin an der Medizinischen Universität Kaunas in Litauen. Es folgten Approbation und Berufserlaubnis, ebenfalls in Litauen. Ein DDAD-Forschungsstipendium führte Girdauskas im Jahr 2002 nach Leipzig, wo er ein experimentelles Forschungsjahr am Herzzentrum der Universität absolvierte. Danach folgte die Facharztausbildung unter der Leitung von Prof. Dr. Friedrich-Wilhelm Mohr, ebenfalls im Herzzentrum Leipzig. Im Jahr 2008 wurde Girdauskas in Leipzig im Fach Humanmedizin mit summa cum laude promoviert. 2013 habilitierte er im Fach Herzchirurgie zu aortalen Veränderungen bei Patienten mit bikuspider Aortenklappe (die häufigste angeborene Anomalie des menschlichen Herzens) und assoziierten Erkrankungen. Seine klinische Ausbildung führte Girdauskas vom Assistenzarzt über Facharzt und Oberarzt bzw. leitenden Oberarzt in der Zentralklinik Bad Berka, zum geschäftsführenden Oberarzt und schließlich stellvertretenden Direktor der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie am Universitären Herz- und Gefäßzentrum Hamburg.

Zum 1. Januar 2021 übernahm Prof. Dr. Evaldas Girdauskas die neu eingerichtete Professur für Herz- und Thoraxchirurgie an der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg. Seine Schwerpunkte liegen in der minimalinvasiven Chirurgie, der rekonstruktiven Herzklappenchirurgie und modernen perioperativen Versorgungskonzepten in der Herzchirurgie. Girdauskas gilt als Koryphäe auf seinem Gebiet und wird am Universitätsklinikum Augsburg ein Department für kardio- vaskuläre Erkrankungen mit aufbauen.

Mit Professor Girdauskas kommt ein überaus OP-erfahrener Spezialist auf dem Gebiet der minimalinvasiven Herzklappenchirurgie an das Universitätsklinikum Augsburg. Sein chirurgisches Spektrum ist ausgesprochen zukunftsweisend und innovativ und wird die Behandlung von herzchirurgischen Patientinnen und Patienten am Universitätsklinikum verbessern. Professor Girdauskas Schwerpunkt in klinischer und translationaler Forschung, aber auch seine Zusammenarbeit mit Grundlagenwissenschaftlern bei Kardiomyopathie, Erkrankungen der Hauptschlagader und Herzklappenerkrankungen gliedern sich hervorragend in die Augsburger Universitätsmedizin ein.

Klinische, translationale und grundlagenwissenschaftliche Forschung

Evaldas Girdauskas forscht zu kardiovaskulären Erkrankungen wie Aorten- erkrankungen, Mitral- und Aortenklappenerkrankungen, Herzinsuffizienz und Kardiomyopathien. Letzteres sind Erkrankungen, bei denen sich der Herzmuskel verändert. Mit seinem klinischen Profil verfügt Girdauskas über vielseitige Anknüpfungsmöglichkeiten sowohl mit den klinischen Fachabteilungen der Kardiologie, Gefäßchirurgie und Radiologie, als auch mit den fachübergreifenden Forschungsstrukturen der Medizinischen Fakultät.

Neues Department für kardiovaskuläre Erkrankungen geplant

»Mein Ziel ist es, die bestehenden Klinik- Strukturen zu stärken und gezielt zu erweitern, um die Qualität der Patientenversorgung noch mehr zu steigern und den Ansprüchen moderner kardiovaskulärer Medizin gerecht zu werden«, erklärt Girdauskas seine Pläne. »Ich möchte eine gemeinsame Department-Struktur in
der kardiovaskulären Medizin aufbauen, gegliedert in die Bereiche strukturelle Herzerkrankungen, koronare Herzerkrankungen, Herzinsuffizienz, Aortenerkrankungen und Rhythmus & Device-Therapie.«

Girdauskas plant ferner das sogenannte ERAS-Modell (enhanced recovery after surgery) in der Herzchirurgie zu etablieren. Patientinnen und Patienten sollen sich nach dem großen chirurgischen Eingriff, den eine Herz-Operation darstellt, schneller und besser erholen, indem alle Behandlungsschritte – beginnend bereits vor dem Eingriff – nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen optimiert werden und standardisiert ineinandergreifen. Hierzu ist der Aufbau eines interdisziplinären Teams bestehend aus Herzchirurgie, Kardiologie, Anästhesie, Pflege, Physiotherapie, Psychosomatik und Reha-Management, vorgesehen. Die Genesung und Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten lässt sich damit ebenso steigern wie sich Zeit- und Ressourcenverlust im komplizierten OP-Management vermeiden lassen.

Girdauskas ist wissenschaftlicher Leiter des Projekts »INterdisziplinäre und sektorenübergreifende Versorgung in der HerzChiEurgiE am Beispiel von minimal- invASiven Herzklappeneingriffen – increase«, das vom Innovationsfonds der Bundesregierung gefördert wird. Hier geht es um eine moderne Patientenversorgung in der Herzchirurgie, auch mit dem ERAS-Modell.

»MEIN ZIEL IST ES, DIE BESTEHENDEN KLINIK- STRUKTUREN ZU STÄRKEN UND GEZIELT ZU ERWEITERN, UM DIE QUALITÄT DER PATIENTENVERSORGUNG NOCH MEHR ZU STEIGERN UND
DEN ANSPRÜCHEN MODERNER KARDIOVASKULÄRER MEDIZIN GERECHT ZU WERDEN.«

Prof. Dr. Evaldas Girdauskas

Prof. Dr. Nina Ditsch übernimmt Professur für Operative und Konservative Senologie

Ihr Studium der Medizin absolvierte Prof. Dr. Nina Ditsch an der Ludwig- Maximilians-Universität in München sowie an der Johannes-Gutenberg- Universität in Mainz, begleitet von Auslandsaufenthalten in der Schweiz, Kanada und den USA. Bereits in ihrer Promotionsschrift befasste sie sich mit der Bedeutung Cytokeratin (CK) 18-positiver Zellen im Knochenmark für die Prognose bei Mammakarzinom- Patientinnen. Diese Färbemarker können Hinweise für eine präzisere Prognoseeinschätzung geben. Mit dem Fokus auf Brusterkrankungen übernahm Ditsch bereits 2013 als zertifizierte Mamma-Senior-Operateurin die Leitung des operativen Brustzentrums am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München, Campus Großhadern, und etablierte rekonstruktiv-plastische Eingriffe in der Mammakarzinom-Chirurgie. Ergänzend zu ihrer klinischen Tätigkeit wurde Prof. Ditsch im Jahr 2017 in die Leitlinienkommission der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) für den Bereich Mamma (Brustdrüse) berufen

Zum 1. Januar 2021 hat Prof. Dr. Nina Ditsch die neu eingerichtete Professur für Operative und Konservative Senologie (Lehre der weiblichen Brust) an der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg übernommen. Professorin Ditsch blickt auf eine langjährige Erfahrung im Bereich operativer- konstruktiver und systemtherapeutischer Versorgung von an Brustkrebs erkrankten Frauen und Männern mit dem besonderen Fokus auf Vererbung von Brustkrebs und anderen gynäkologischen Krebserkrankungen zurück. Als geschäftsführende Oberärztin und Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe leitet sie das zertifizierte Brustzentrum des Universitätsklinikums Augsburg und wird es weiter ausbauen.

Professorin Ditsch verfügt über umfangreiche Erfahrung in universitätsmedizinischen Strukturen, die sie in ihrer langjährigen Tätigkeit vor dem Wechsel an die Universität Augsburg sammeln konnte. Nina Ditsch ist sowohl in der Patientenversorgung als auch in Forschung und Lehre auf dem Gebiet der bösartigen Brusterkrankungen hervorragend aufgestellt und bringt moderne operative Behandlungsansätze mit nach Augsburg, die sie für die betroffenen Patientinnen gewinnbringend einbringen wird. Beachtlich sind außerdem ihre jahrelangen und erfolgreichen Bemühungen um internationale und nationale Vernetzung im Bereich des vererbbaren Brust- und Eierstockkrebses. Daraus ergeben sich interessante Zukunftsperspektiven für den Standort Augsburg. Die universitäre Klinik bietet das komplette Leistungsspektrum der Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit einem Schwerpunkt in der gynäkologischen Onkologie. Dazu gehört auch das zertifizierte Brustzentrum.

»ES IST MIR EIN BESONDERES ANLIEGEN, MEINE EXPERTISE FÜR DEN AUFBAU DER STUDENTISCHEN LEHRE ZU NUTZEN.«

Prof. Dr. Nina Ditsch

Aufbau und Vernetzung der onkologischen Forschung 

Neben der Erweiterung des Behandlungsangebots für Patientinnen mit Brustkrebs zielt die Professur auf onkologische Forschungsprojekte, die wieder der Patientenversorgung zugutekommen. Auch die Zusammenarbeit mit Grundlagenforschern ist auf der Agenda. Im Fokus steht insbesondere die Initiierung von grundlagenwissenschaftlichen Projekten im operativen Bereich und in der Hochrisikosituation des Brust- und Eierstockkrebs, so zum Beispiel die Untersuchung spezieller Eiweiße und Rezeptoren im Zellkern dieser Tumoren. Auch die Lehre der Studierenden im Modellstudiengang Medizin gestaltet Prof. Nina Ditsch maßgeblich mit. »Es ist mir ein besonderes Anliegen, meine Expertise für den Aufbau der studentischen Lehre und der Betreuung der Studierenden am Universitätsklinikum Augsburg zu nutzen und zusammen mit einem hoch engagierten Team deutlich auszubauen und zu erweitern«, äußert sich Ditsch motiviert zu ihren neuen Aufgaben am Universitätsklinikum Augsburg.

Forschung zu Prognosemarkern und Therapieindividualisierung 

Nina Ditsch beschäftigt sich seit Berufs- beginn mit der Planung und Durchführung klinischer Studien zum Brustkrebs und der Betreuung von Studienpatientinnen. Ihre klinischen Schwerpunkte liegen sowohl im operativen Bereich als auch in der Systemtherapie von Brust- und anderen gynäkologischen Tumoren. Die unter ihrer Beteiligung entwickelten Empfehlungen zu Diagnostik, Therapie und prophylaktischen Maßnahmen genießen national wie international eine hohe Reputation. Mit ihren jüngsten Forschungen fokussierte sich Prof. Dr. Nina Ditsch auf Prognosemarker beim Brust- und Eierstockkrebs mit dem Ziel der Therapieindividualisierung, insbesondere mit Fokus auf erblich belastete Risikopatientinnen. Für die individuelle Beratung und Betreuung dieser Patientinnen initiierte Ditsch am Universitätsklinikum Augsburg eine Spezialsprechstunde für erblichen Brust- und Eierstockkrebs. Ermöglicht wird diese durch eine enge Kooperation und Vernetzung etwa mit Forschern aus der Pathologie, dem Bereich Umwelt und Gesundheit, der plastischen Chirurgie sowie dem interdisziplinären onkologischen Forschungslabor.

 

Prof. Dr. med. Evaldas Girdauskas

Direktor der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie

Prof. Dr. med. Nina Ditsch

Leitung Brustzentrum
Geschäftsführende Oberärztin

Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Schwerpunktbezeichnung: Gynäkologische Onkologie
Mamma Senior Operateur, OnkoZert
Brustoperateur der AWOgyn – Master of Senology

E-Mail: nina.ditsch@uk-augsburg.de

Hinweis

Dieser Artikel erschien zu erst in der Ausgabe 1/2021 des Gesundheitsmagazins "GESUNDHEIT ganz groß". Die gesamte Ausgabe finden Sie als PDF-Datei zum nachlesen hier: Ausgabe 1/2021.

Karte ausblenden