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Bundeswehr unterstützt das Klinikum in der Pandemie

Coronakrise, Pandemie - Seit gestern sind sechs Soldaten der Bundeswehr auf COVID-19-Stationen im Einsatz. Weitere 18 Soldatinnen und Soldaten werden am Mittwoch erwartet.

Prof. Dr. Michael Beyer (Mitte, links von ihm Pflegedirektorin Susanne Arnold, rechts der Kaufmännische Direktor Michael Bungarten) gibt den Bundeswehrsoldaten eine kurze Einführung, bevor ihr Dienst am Klinikum beginnt.

Es ist ein nicht alltäglicher Anblick, aber es sind auch schwierige Zeiten: Bundeswehrsoldaten unterstützen seit gestern das Universitätsklinikum Augsburg. Zunächst sind es sechs Männer, die auf den COVID-19-Normalstationen eingesetzt werden. Vier von ihnen sind Rettungssanitäter, zwei von ihnen sind Medizinische Fachangestellte, also alle gut und vor allem medizinisch ausgebildet. Der Gesamtvorstand des Klinikums nahm die Männer gestern Morgen in Empfang und begrüßte sie, wo sie eine kurze Einführung in das Haus im Allgemeinen und die momentane Situation im Besonderen bekamen. Prof. Dr. Michael Beyer, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender am Universitätsklinikum, sagte: „Wir sind sehr dankbar, dass uns neben der umfassenden Unterstützung durch den Freistaat Bayern nun auch die Bundeswehr in dieser schwierigen Pandemiesituation unterstützt.“

Das Corona-Infektionsgeschehen in und um Augsburg und damit das Patientenaufkommen am Universitätsklinikum Augsburg ist weiterhin sehr kritisch. Hinzu kommt, dass zunehmend auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses nach positiver Testung oder als Kontaktpersonen I. Grades nicht für die Patientenversorgung zur Verfügung stehen. Vor diesem Hintergrund hatte der Vorstand des Klinikums als eine Maßnahme aus einem Bündel von Maßnahmen – beispielsweise die Abverlegung von Patienten an andere Krankenhäuser in der Region und darüber hinaus – zur Sicherung der Patientenversorgung einen Antrag auf Hilfeleistungen durch die Bundeswehr gestellt, der dankenswerterweise kurzfristig genehmigt wurde.

Weitere 18 Bundeswehrsoldaten und -soldatinnen sollen am Mittwoch folgen. Auch diese werden größtenteils im Pflegebereich eingesetzt. Unter ihnen sind aber auch solche, die die Kollegen der Medizinischen Informationstechnik (MIT) unterstützen können. „Auch das ist ein enorm wichtiger Bereich für das Klinikum, da die Medizin im Laufe der letzten Jahre zunehmend digitalisiert wurde“, sagt Beyer.

Der Ärztliche Direktor, der sich selbst als „eigentlich immer zuversichtlich“ beschreibt, blicke aber doch angesichts des Infektionsgeschehens in Augsburg, in Bayern, in ganz Deutschland im Moment eher sorgenvoll in die Zukunft. Er betonte in dem Zusammenhang noch einmal, dass sich die zweite Welle signifikant von der ersten unterscheide. „Bei der ersten Welle im Frühjahr hatten wir im Peak 43 Patienten.“ Aktuell werden an der Uniklinik insgesamt 150 COVID-19-Patienten inklusive Verdachtsfälle behandelt, davon 34 COVID-19-Patienten auf Intensivstationen. Von diesen müssen zehn invasiv beatmet werden und 14 nicht-invasiv. Auch Mitarbeitende steckten sich zunehmend mit dem Coronavirus an. „Unsere Personalressourcen sind nahezu aufgebraucht. Deshalb ist uns jede Unterstützung mehr als willkommen“, so Beyer.

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