Im Wochenbett ohne Hebamme

In der Wochenbett-Ambulanz der Kinderklinik Augsburg | Mutter-Kind-Zentrum Schwaben am Universitätsklinikum Augsburg finden junge Mütter Hilfe, wenn sie nicht durch eine Hebamme zuhause betreut werden können.

Endlich ist es soweit. Das Baby ist da und Mutter und Kind können nach der Geburt nach Hause gehen. Im Wochenbett, das nach der Geburt rund sechs bis acht Wochen dauert, erholen sich Mutter und Kind nicht nur von den Strapazen der Geburt, sondern es bilden sich auch die schwangerschafts- und geburtsbedingten Veränderungen zurück. In dieser Zeit ist die Hebamme eine wichtige Unterstützung und eine kompetente Ansprechpartnerin für Mütter. Schön ist es, wenn eine Hebamme Mutter und Kind zu Hause besuchen kommt und in den ersten Wochen unterstützt. Leider gibt es auch in Augsburg Stadt und Land immer mehr Frauen, die nach der Geburt ihres Kindes aufgrund eines zu geringen Angebots ohne häusliche Hebammenhilfe zurechtkommen müssen.

In der neu eröffneten Wochenbett-Ambulanz des Universitätsklinikums Augsburg beraten und unterstützen die Hebammen der Klinik Mütter im Wochenbett, wenn diese nicht durch eine Hebamme zuhause betreut werden können – unabhängig davon, wo das Kind zur Welt gekommen ist. Anna Estermann ist eine der Hebammen, die die Ambulanz im Rahmen ihrer freiberuflichen Tätigkeiten anbieten. Sie sagt: „Anders als bei den „normalen“ Wochenbettbesuchen, die bei den Familien zuhause stattfinden, finden die Termine der Wochenbett-Ambulanz in der Kinderklinik Augsburg | Mutter-Kind-Zentrum Schwaben statt.“ Hier beraten und unterstützen die Hebammen Mütter in allen Fragen rund um das Stillen, die richtige Babypflege oder, den wunden Po oder allen Sorgen der Mütter selbst, sowie in zahlreichen weiteren Themen. „Wir kontrollieren Abheilungs- und Rückbildungsvorgänge nach der Geburt“, so Anna Estermann, „und bei Beschwerden im Wochenbett können wir verschiedene Behandlungen anbieten, damit es Mutter und Kind bei Problemen bald bessergeht.“ Zum Beispiel kann eine Akupunktur Schmerzen im Wochenbett lindern oder die Rückbildung der Gebärmutter positiv unterstützen. Aber auch Laser-Behandlungen (z.B. bei wunden Brustwarzen) und Tape-Behandlungen werden in der Wochenbett-Ambulanz angeboten.

„Mit viel Herz und Engagement betreuen unsere Hebammen die frischgebackenen Mütter auf ihrem Weg ins Familienglück – nicht nur vor und während der Geburt hier im Kreißsaal des Universitätsklinikums, sondern auch im Wochenbett“, sagt Dr. Manuela Franitza, die Leiterin der Geburtshilfe in der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Damit geben sie Müttern, die keine Hebamme für die häusliche Wochenbettbetreuung gefunden haben, eine Chance auf Beratung und Unterstützung in dieser besonderen Zeit. „Aber“. so Anna Estermann „die Wochenbett-Ambulanz kann natürlich nicht die intensive Betreuung eines Hebammenbesuches zu Hause ersetzen.“ Sie betont, dass es sich bei dem Angebot nicht um eine Notfallambulanz handelt. In dringenden Fällen sollten Mütter immer ihren niedergelassenen Frauen- und/oder Kinderarzt, die Bereitschaftspraxen oder die Notaufnahmen aufsuchen.

LEISTUNGEN

Im Rahmen der Wochenbett-Ambulanz bieten die Hebammen frischgebackenen Müttern alle im Wochenbett notwendigen Beratungs- und Unterstützungsangebote an. Dazu gehören u.a.:

  • Anleitung zur Babypflege
  • Hilfestellung beim Stillen
  • Akupunktur-, Laser- oder Tapebehandlung bei Beschwerden im Wochenbett
    (Kosten: 15 Euro im Rahmen der Eigenleistung)
  • Kontrolle von Abheilungs- und Rückbildungsvorgängen
  • Beantwortung von Fragen

KOSTEN

Neben den Kosten in Höhe von einem Eigenanteil für bestimmte Behandlungen, werden die Kosten für die Betreuung im Rahmen der Wochenbett-Ambulanz von den gesetzlichen Krankenkassen bis zu 12 Wochen nach der Geburt und bei einer Stillberatung bis zum Ende der Stillzeit übernommen.

TERMINE

Für die Wochenbett-Ambulanz gibt es keine festen Sprechstunden und -zeiten. Informationen zu aktuellen Terminen erhalten Interessierte unter:

Auf der Internetseite gibt es einen Link, der sie zu der Onlinebuchungsplattform »Doctolib« führt. Über Doctolib können Frauen Ihren Termin in der Ambulanz ganz einfach online und in Echtzeit rund um die Uhr vereinbaren.

Wie oft ein Termin vereinbart wird, richtet sich ganz nach den Bedürfnissen der frischgebackenen Mutter. Die Wochenbett-Ambulanz kann jedoch nicht die intensive Betreuung durch einen Hebammen-Besuch zu Hause ersetzen.

WAS SEHEN SIE AUF DEM BILD

Die Hebammen Linda Rittel, Anna Estermann, Anna Weishaupt, Geralyn Jemelka und Güler Erkoc (von links nach rechts) beraten und unterstützen junge Mütter im Wochenbett.

HINWEIS

Die Wochenbett-Ambulanz wird von Hebammen der Kinderklinik Augsburg | Mutter-Kind-Zentrum Schwaben im Rahmen ihrer freiberuflichen Tätigkeit angeboten. Das Universitätsklinikum Augsburg ist Projektpartner und unterstützt die Hebammen und Mütter dabei, eine Versorgung im Wochenbett anzubieten bzw. zu erhalten.

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